13. März 2006 |
News,
Tipp |
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So sieht die halbe Seite der Fussballhelden von Brasilien 2002 aus, Ronaldo, Ronaldinho & Co gezeichnet von Marcos Guilherme
Wer kennt sie nicht, die Fußball-Sammelbilder von Panini, die sich seit Jahrzehnten so großer Beliebtheit erfreuen. Und wer hat nicht mindestens ein Album lang gesammelt wie ein Wahnsinniger, um das gute Stück auch wenigstens ganz voll zu kriegen, und sich auf dem Schulhof als Bildchen-Dealer für andere Süchtige verdingt (um im Tausch für die eigenen Doppelten endlich unerreichbare Strategen wie Hanne Weiner, Thomas Allofs, Günter Kutowski, Ronny Worm, Caspar Memering oder Jimmy Hartwig zu kriegen). Die geniale Idee, Nationalmannschaften als Sets künstlerisch wertvoller Sammelbilder zu zeichnen und von anderen Künstlern weltweit zeichnen zu lassen, kommt aus der Schweiz. Die etwas anderen Fussballhelden werden präsentiert von Ashi und Jerzovskaja. Hier kann ein Team schon mal aus Zombis (Frankreich 1986), Roboterpüppchen (Deutschland 1974), Kleinkindern (Argentinien 2006) oder Pfannkuchengesichtern (Elfenbeinküste 2006) bestehen, Trainer inklusive. FANartisch findet das: fantastisch! Es macht einfach einen Heidenspaß, sich allein schon im Internet durch die einzelnen Künstler und Teams zu klicken. Und noch besser: Im Shop kann man das Ganze als Buch erwerben – vollständig, mit allen Bildchen auf einmal drin, keins fehlt. Puh, nix mehr mit Schulhof…
TOM S. HUNTER
10. März 2006 |
Auswärtsspiel,
Le Pissoir,
News |
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Auswärts. Selbst Goethe würde da jetzt nicht mehr hinfahren. Da bekommt es der deutsche fußball – und ja, den „deutschen fußball“ kann man nun getrost auch klein schreiben – binnen weniger Tage bekommt es also der deutsche fußball auswärts vor allem geballt mit Italien zu tun. Besser gesagt mit „Bella Italia“, denn für die deutschen Teams gab es da nun mal gar nix zu holen, niente, angefangen bei Klinsmanns National-“Mannschaft“ über Tim Wieses Bremer und die Titanen des FC Bayern bis hin zu Slomkas Schalkern. Und dann muss er sich von Palermo bis Mailand (und natürlich auch Bukarest – „Hauptsache Italien!“) abwatschen lassen, der deutsche fußball, und nun ist guter Rat teuer.
Ist unsere Liga zu schwach und warum? Wo sind all die Talente hin, warum zeigen sich die wenigen, die wir haben, nicht auf dem Platz? Warum haben wir keine guten Legionäre mehr in anderen Ligen, dafür immer mehr und immer mittelmäßigere ausländische Spieler in der Bundesliga? Warum hält jemand wie Tim Wiese erst wie ein Weltmeister, um uns Minuten später für die Galerie den eingesprungenen Pink Panther mit Schnickschnackrolle und Schmalztolle zu geben? Beißt Kahn demnächst gegnerische Spieler nach verschossenem Elfmeter direkt in den Hals? Sind das noch Symptome oder ist das schon die Pandemie? Welche Möglichkeiten haben wir jetzt noch vor der WM, das Ruder rumzureißen? Ismael eindeutschen? Zu elfmeterträchtig. Klinsmann ein Hotelzimmer in Deutschland mieten? Zu unrealistisch. Gefragt sind pragmatische Lösungen!
FANartisch hat eine: Wenn man Angst hat, dass Cordoba diesmal zu Besuch kommt, ungebetener Gast bei völlig verunsicherten Freunden, sollte man vorbeugen. Fusion ist das Zauberwort! Warum helfen uns unsere österreichischen Freunde nicht mit dem ein oder anderen Abwehrspieler aus? Ausgebuffte Innenverteidiger, knallharte Abräumer, kompromisslose Defensivstrategen für die deutsche Nationalmannschaft! Im Gegenzug dürft Ihr dann auch dabei sein, liebe Österreicher! So wie früher…
BUCK LEBOWSKI
PS: Für die Zukunft bleibt uns dann vor allem die Chance auf eine Multikulti-Nationalelf nach französischem Vorbild. Du bist Deutschland, also: Wo bist du, mein Sonnenlicht?
2. März 2006 |
Kick,
News |
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Es gibt Dinge, da fragt man sich noch Jahre später, ob sie je real waren… Screenshot: ARD
Jut, der Jünter hatte ne Wette bei Gottschalk auf der Couch verloren, das soll vorkommen. Und gut, gegen Italien kann man mal ein Länderspiel verlieren. Aber musste an diesem Aschermittwoch die Comedy gleich so knüppelhart aus dem Fernseher springen – da ist man doch als dauerverkaterter Deutscher nicht drauf vorbereitet… Netzer musste also – Wettschulden sind Ehrenschulden – in der goldenen Karnevalsklamotte von Thomas Gottschalk seinen Senf in der ARD zu diesem desaströsen Auftritt der deutschen Kickerelite dazugeben, Delling stachelte das Ganze in der Halbzeitpause (Zwischenstand: Italien drei, Deutschland null) an, bevor das Ferrero Rocher mit Scheitel sprach, Satzfetzen brannten sich ins Hirn des von fußballerischem und modischem Offenbarungseid hypnotisierten Betrachters: „… bleibt mir nur noch zu sagen, dass mir nichts und keiner gefällt. Alles ist falsch.“ Das Rocher namens Netzer, Fahrt aufnehmend, analysierte weiter: „Sie haben Ballverluste. Es gibt kein Aufbauspiel.“ Delling muss ausdruckslos wie immer geguckt oder gar wie Spock eine Braue gehoben haben, denn die Analyse nahm ihren Lauf, hatte mehr Feuer als zuvor jeder Antritt eines deutschen Nationalspielers, mehr Esprit als das gesamte deutsche Mittelfeld, das Rocher sprach also: „Und was das Gravierendste ist, sie stellen auf Abseits und vergessen, wie man das eigentlich macht … darf ich mal vesuchen, Ihnen das zu erklären?“ Die Antwort nicht abwartend folgen Wortkanonaden vom Feinsten, als Letztes bleibt hängen: „Niemand geht hin, wo’s wehtut.“ „Genau!“, möchte man ihm zurufen, dem Günter. FANartisch weiß: Der ewige österreichische Landeshauptmann Jörg Haider wollte eigentlich auch das Freundschaftsspiel Italien – Deutschland live im Stadion sehen, bevor er sich entschied, lieber eine Rede zur Lage der Nation zu halten. Auch Günter Netzer, Deutschlands sprechendes Rocher, hat sich an jenem Aschermittwoch dazu entschieden, eine Rede zur Lage der Nation zu halten – und das war auch gut so…
BUCK LEBOWSKI
1. März 2006 |
Kick,
News,
Tipp |
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Schockt und rockt: So muss ein Fußballmagazin aussehen – dann klappt’s auch mit den Nachbarn…
Die sind doch gedopt, diese Österreicher! Wie sonst könnten die so ein tolles Fußballmagazin machen wie den ballesterer? Dieser erscheint vierteljährlich in der Alpenrepublik, und die Ausgabe, mit der die Wiener Redaktion uns zu diesen Jubelstürmen treibt, ist schon was älter, von März 2005. Schwerpunktthema – jeder ballesterer hat eins – Musik! Unter dem Titel „Sound of Football“ beleuchtet die nun schon ein Jahr alte Ausgabe, die einst in Wien unbedingt mitmusste, vor allem England, Österreich und Deutschland – und das umfassend: Profis bis Amateure, Hitparadenstürmer bis Inselhymnen, Sportfreunde Stiller bis Oasis, Compilations bis Lieblingstexte, die persönliche Playlist von Radiolegende John Peel zum englischen Fußball erstmals in deutschsprachiger Version (!) undundund. Und nicht nur die vielschichtige, tiefgründige und amüsante Aufarbeitung des Themas rockt, sondern auch der ganze Rest unter den weiteren Rubriken Spielfeld, Fansektor, Kunstrasen und Groundhopping. Fresh und meisterlich! Und auch wir Piefkes können die ballistisch ausgewogene Kulturzeitschrift von Deutschland aus erwerben -> www.ballesterer.at
FANartisch findet das: leiwand!*
BUCK LEBOWSKI
*Auf Deutsch: toll, super, saugut!
28. Februar 2006 |
News,
Vor 100 Jahren |
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Wer erinnert sich nicht gern an die richtig vollbärtigen Bundesliga-Kempen wie Ivan Buljan, Friedhelm Funkel oder Paul „Potato Fritz“ Breitner? Aber Kevin Kuranyi hat’s jetzt geschafft, ist gar Träger des Ehrentitels „Bart des Jahres 2006“ geworden, den ihm der Bart & Kultur Club „Belle Moustache“ aus Leinfelden-Echterdingen verliehen hat. In Form einer handgefertigten Bartskulptur. Ah, ja… Seit Clubgründung im Jahr 2003 geht die Auszeichnung jährlich an „bärtige Persönlichkeiten mit Vorbildcharakter“. Aha… Der Schalker Stürmer habe mit seinem Bart eine neuartige Kreation zum Kult gemacht. Achwas? FANartisch meint: Vielleicht kennen wir uns mit Bärten ja nicht so gut aus wie fiese-scheitel.de – aber irgendwie sind drei Streifen für einen Fußballer doch auch verdammt nahe liegend…
BUCK LEBOWSKI