FANartisch: News

6. April 2006 | Auswärtsspiel,Kick,Le Pissoir,News,Tipp,Vor 100 Jahren | Kommentare deaktiviert für Hoolidreams

Hoolidreams

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Ich träume wirr, bin auf einmal in einer engen Straße, durch die sich ein Demonstrationszug mit schreienden, skandierenden und wütend aussehenden Fahnenschwenkern und Transparenthaltern wälzt. Ich will nur weg, werde allerdings in einer Seitengasse von der Polizei gestellt und mit Gewalt zurück in die Menschenmasse befördert, von der ich mich schon einige Meter distanziert hatte…

Zu allem Überfluss bemerke ich in panischem Unmut und unfreier Wut, dass es sich um die Demonstration von einer ganz besonderen Initiative handelt: Der Zug besteht aus lauter Hooligans, die für ihr Recht demonstrieren, sich gegenseitig gepflegt auf die Fußballfressen zu hauen. Die wutverzerrten Bulldoggengesichter nehmen mich festgeschlossen in ihre Reihen auf – schwitzend und hart kämpfend versuche ich, mich zu befreien: vergeblich.

Ich gehöre längst hierhin, fahre mir mit der Hand unsicher über den kahlrasierten Kopf und lasse meine Hosenträger schnalzen, bevor ich von einem Wasserwerfer so hart auf die Brust getroffen werde, dass ich endlich, völlig befreit, zehn Meter durch die Luft fliege und den Asphalt küsse. Klatsch. Nass wache ich auf.

BJÖRN SIMON

23. März 2006 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für TRESENHOCKER #1

TRESENHOCKER #1

Frauen in Memphis dürfen zwar Auto fahren, aber laut Gesetz nur, wenn ein Mann vor dem Gefährt herläuft und eine rote Flagge schwenkt, um entgegenkommende Fußgänger und Autos zu warnen. Heißt das – angenommen, im Freistaat Bayern herrschten so merkwürdige Bräuche und Gesetze wie in Memphis -, dass uns die Bayern-Fans vor ihren Frauen warnen wollen, die vor dem Stadion noch einen Parkplatz suchen?

22. März 2006 | Le Pissoir,News,Vor 100 Jahren | Kommentare deaktiviert für TESTOSTERON

TESTOSTERON

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Früher, als alle Engländer noch Hooligans waren und Lady Di noch lebte, feierte die Forschung noch bahnbrechende Erkenntnisse. Nick Neave, Wissenschaftler der Uni Newcastle, hat einst anhand von Speichelproben festgestellt, dass die Testosteron-Konzentration von Profi-Fußballern bei Heimspielen um rund 30 Pictogramm höher ist als bei Auswärtsspielen. „Wie andere Tiere, die ihr Revier bewachen, sind Fußballer aktiver und selbstsicherer, wenn sie von auswärtigen Gruppen bedroht werden“, versuchte sich der fleißige Testosteron-Forscher an der Formulierung einer Erklärung, die auch von Berti Vogts hätte stammen können. „Wie andere Tiere“ – was will er denn damit gemeint haben? „Auswärtige Gruppen“ – wer soll das denn sein? Die Hunnen? Das Auswärtige Amt? Der CIA? Die Bayern? Selbst wenn der gute Nick Neave vor zukünftigen Statements mal das eine oder andere Newcastle Brown Ale weglassen sollte – FANartisch meint: Damit lassen sich vielleicht ja auch einige Fabelweltrekorde erklären, die von bärtigen DDR-Athletinnen bei Wettkämpfen vor heimischer Kulisse aufgestellt wurden…

BUCK LEBOWSKI

21. März 2006 | Kick,News | Kommentare deaktiviert für Der Tag, als ich dem Gladbach-Fan Oliver Neuville in den Briefkasten steckte

Der Tag, als ich dem Gladbach-Fan Oliver Neuville in den Briefkasten steckte

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Das war ein guter Tag, der Tag, als ich dem Gladbach-Fan Oliver Neuville in den Briefkasten steckte. Aber von vorn: Wir waren zusammen nach Gladbach gefahren, der HSV war zu Gast, und zum ersten Mal war ich bei dieser altbewährten Fahrgemeinschaft aus zwei Borussen und einem HSV-Fan dabei, die für dieses Spiel schon immer von Münster aus zusammen zum ollen but tollen Bökelberg gekachelt waren, so aus Tradition. Nun also Borussenpark, nun also ausgeglichenes Kräfteverhältnis, die beiden Gladbacher vorn, die beiden HSVer, die sich lange nicht gesehen hatten, hatten auch Fahrbier und sich viel Neues zu erzählen. Am Stadion dann spät, keine Chance mehr auf ein Treffen mit Freunden, die lieber gepflegt neben Hermann Rieger sitzen als sich in den Gästeblock stellen, aber immerhin schnell noch ein paar neue HSV-Fans der alten Schule kennen gelernt. Das Spiel endet 0-0, das Beste war noch die Fahrt, wie ich finde, der Schiedsrichter jedenfalls nicht.

In Münster erzählt mir dann einer von den beiden, die ich in Gladbach nicht mehr treffen konnte, dass sie Hermann Rieger, den guten alten Kultmasseur, getroffen hätten, hey super, und eine Dauerkarte gefunden. Achwas? Während der eine spontan dafür plädiert hatte – Teufel Alkohol! -, das Dingen zu zerschneiden, selber schuld, wer verliert schon seine Dauerkarte etc., setzte sich die Vernunft des anderen durch, der sich drum kümmerte und die Rückgabe der Dauerkarte später mit der Geschäftsstelle der Borussen klarmachte. Als er zum Fußballgucken in der Stammkneipe erscheint, klatscht er einen Brief der Borussen-Geschäftsstelle auf den Tresen, die sich bedankt hat – ganz im Gegensatz zu dem Vollpfosten von Dauerkartenloser selbst. Nettes Anschreiben, aber schon beim Öffnen des Briefs fällt einem Oliver Neuville entgegen, der olle Strauchdieb, Kinder- und Lauternschreck. Und Marcell Jansen, das aufstrebende Fohlen. Und Jeff Strasser, Mr. Ed, das singende Pferd. Und Kahé, Mr. Chancentod himself. Autogrammkarten. „Wer braucht so was?“, lautet die Frage. Ich auch nicht wirklich, aber ich kenn da ja jemanden, der mich gut nach Gladbach und noch viel besser zurückkutschiert hat, und überhaupt, bald ist Nikolaus. Und so kam es, dass ich dem Gladbach-Fan Oliver Neuville in den Briefkasten steckte, kommentarlos, ohne Absender, dafür mit kindischer Freude. Und – Nikolaus und Kindskopf, der ich nun mal bin – auch das Fohlen, Mr. Ed und den Chancentod. Merry Gladbach, Borusse!

TOM S. HUNTER

PS: Um Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen: Ich war es nicht, der Jürgen Klinsmann Oliver Neuville in den Briefkasten gesteckt hat…

20. März 2006 | Auswärtsspiel,Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für 1000 Werbe-Meisterwerke (WM) – #4 UNI-Polster/ELANO

1000 Werbe-Meisterwerke (WM) – #4 UNI-Polster/ELANO

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Die Fahne weht, der Ball zappelt im Netz, Muddi macht es sich bequem…

Was für eine Idee, was für eine graphische Umsetzung, was für eine Aktion! Eine richtige „FUSSBALL-RELAX-AKTION“ mit allem Zip und Zap, Wohltat für Fuß, Ball und Bandscheibe. Die „Relaxing Concepts“ der Firma ELANO scheinen aufzugehen. Der Prospekt des Möbelhauses UNI-Polster macht es deutlich: Die Frauen werden bei der FIFA WM 2006™ wohl die einzigen Gewinner sein. Während Ette auf der Jagd nach WM-Tickets eine Enttäuschung nach der anderen erlebt, relaxt Frauchen schon mal ein wenig. Während er frustriert die deutsche Abwehr verflucht, Tüte um Tüte Chips in sich hineinstopfend, Kette rauchend und fassweise den Bierbauch weitend, heißt es für sie nur Füße hoch, relax! Träumen von vor der WM und nach der WM. Was für ein Lifestyle! FANartisch vermutet: Irgendwie müssen Klinsmanns Jungs von der FUSSBALL-RELAX-AKTION also Wind bekommen haben, bevor sie zum Länderspiel nach Italien aufbrachen. Aber richtig verstanden haben sie das Ganze dann wohl eher nicht…

BUCK LEBOWSKI

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