FANartisch: News

7. Juni 2006 | Le Pissoir,News,Vor 100 Jahren | Kommentare deaktiviert für Die linke und die rechte Klebe…

Die linke und die rechte Klebe…

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Schon bei der Herstellung der beliebten Panini-Sammelbilder nehmen sich die Mitarbeiter viel Zeit (wie hier in der Qualitätssicherung)

Und dann war da noch NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke, der im Düsseldorfer Landtag von den Grünen dabei beobachtet wurde, wie er während einer Landtagsdebatte Panini-Bilder in sein Sammelalbum einklebte. Woraufhin die Abgeordnete Sylvia Löhrmann eine Kleine Anfrage startete und von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wissen wollte, ob er es respektiere, wenn ein Minister Fußballerbildchen einklebt, während im Parlament über eine Million arbeitslose Menschen debattiert wird. In ihrer Anfrage billigte Frau Löhrmann „Wesen männlichen Geschlechts“ in Zeiten von Fußballweltmeisterschaften immerhin „ungewöhnliche Verhaltensweisen“ zu. FANartisch meint auch: Pfui! Und: Skandal! Wie kann man für so etwas überhaupt eine Anfrage stellen, ganz egal ob klein oder groß, in Zeiten von Fußballweltmeisterschaften…

BUCK LEBOWSKI

Nachtrag: Weil das Medienecho so enorm war, hatte der Sprecher von Minister Wittke eine Menge zu erklären. Zum Beispiel, dass Wittke mit einem Parteifreund verabredet habe, für die Söhne der beiden Politiker doch doppelte Sammelbilder zu tauschen. Die Aktion habe nicht länger als zwei Minuten gedauert. Jahaaa, wenn das so ist… LAPALIE! Pech nur, dass der WDR das Ganze zufällig auf Film gebannt hatte und von „mindestens 15 Minuten“ spricht. Unfassbar! Dabei wissen wir doch alle, dass man sich mehr Zeit nehmen sollte, um die Bilder auch wirklich gerade und ordentlich einzukleben! Da wird Sohnemann aber meckern…

Pressekonferenz mit Tip & Tap

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Pressekonferenz, der DFB hat geladen, der Pressetross versammelt sich vollzählig vor Pressesprecher Harald Stenger und harrt der Dinge, die da kommen – und es ist, als wären Tip & Tap, die einzig wahren deutschen WM-Maskottchen, endlich wieder da, als wären sie nie weg gewesen, direkt von der WM 1974 reingebeamt, als Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger die Bühne betreten. Poldi ist „total locker“ und meint in seinem unnachahmlich harten Deutsch schlicht: „Wir müssen die Costa-Ricaner weghauen!“ Die Frisur von Schweinsteiger interessiert von Bravo Sport bis zum Deutschlandradio mehr als alles andere, wir erfahren, dass der Schweini beim Friseur war und sich mit der Bundeskanzlerin nicht etwa über Fußball und Frisuren unterhalten hat, sondern über die Einrichtung des Hotels (vielleicht ob die Teppichfarbe zu den Tapeten passt?)… Wir erfahren, dass der Lukas „zwei Heimaten“ hat, Deutschland und Polen (und nicht etwa Köln und Bergheim)…

Und auf die auf den Japan-Test anspielende Frage, ob Schweinsteiger zuletzt nicht zu beherzt in die Zweikämpfe gegangen ist, kommt selbstbewusst: „Ja und? Wie oft kriegen wir vorne auf die Socken? … Es gehört einfach dazu, wir werden auch getreten und stehen dann wieder auf, aber der ist dann nicht mehr aufgestanden…“ Es steckt so viel Schönheit in der Schlichtheit des Fußballs, und Schweinsteiger und Podolski, die beiden Fußballphilosophen haben das im Kern erkannt. So viel schlichte und ehrliche Freude am Sein wirkt ansteckend, die Journalisten aus aller Herren Länder sind begeistert.

Poldi und Schweini, Tip und Tap sind gut gelaunt durch, überlassen das Feld der Fragen Keeper Jens Lehmann, und Pressewart Stenger schickt Poldi noch ein väterliches „Mach’s gut, Junge!“ hinterher. Unser neuer Bomber bombt lieber als zu sprechen, lässt lieber Tore sprechen. Nichts kann mehr schief gehen, es ist alles wie 1974, nein, besser! Tip & Tap sind nie erwachsen geworden und s p i e l e n nun leibhaftig für Deutschland!

TOM S. HUNTER

ROUNDEST #6

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Hoppla, liebe TV Spielfilm, da ist euch wohl ein schwerwiegender Fehler unterlaufen! In der Ausgabe 12/6, also der ersten der beiden Heim-WM-Ausgaben eures ansonsten gut recherchierten Fernsehmagazins, stellt ihr den neuen WM-Experten von RTL, Reiner Calmund, unter der Überschrift „135 Kilo geballtes Wissen“ vor. Auch wenn eure Rubrik „Nummernrevue“ heißt und vielleicht auch Lachnummern beinhaltet, hat euch entweder die Presseabteilung von RTL oder der Calli selbst einen dicken Bären aufgebunden. Oder glaubt ihr ernsthaft, dass der Ex-Bundesligamanager wirklich nur einen Meter groß ist? Leichte Knochen? Radikaldiät? Die Mäuse machen in Callis Kühlschrank Klimmzüge? Und Bayer Leverkusen ist ein Traditionsverein? Oder wirken die Menschen im neuen HDTV wirklich noch dicker, als sie eigentlich sind? FANartisch meint: lieber noch mal knallhart nachrecherchieren! Die richtige Zahl würde uns doch nun wirklich interessieren…

BUCK LEBOWSKI

Noch ein kleiner Recherche-Tipp: Das hier ist übrigens nicht der echte Calli – und Berti Vogts ist auch nicht entführt worden…

4. Juni 2006 | Le Pissoir,News,Tipp | Ein Kommentar

11 Sandwiches sollt ihr sein!

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Ein Sandwich zu viel? Oder ein iranisches Bier…? (Szene aus dem Kurzfilm „Der Geist von St. Pauli“)

Nachdem der STERN uns mit dem ultimativen Biertest zu Brauerzeugnissen (ja, es sollen welche dabei gewesen sein, für die die Bezeichnung „Bier“ ziemlich gewagt ist) aus allen Teilnehmerländern der WM beglückt hat, wollen wir auch auf die 32 Sandwich-Variationen aus dem Hause Golden Toast hinweisen. Für den Fall, dass das Wetter uns während der WM auch im Stich lassen sollte und nix ist mit Dauergrillen und Gartenparty – Regen zu Gast bei Freunden – passen doch auch mal ein paar lustige Sandwiches zum Brauereierzeugnis Bier. FANartisch meint: Sollten allerdings Gäste angesagt sein, muss es ja nicht gleich das ghanaische Bohnensandwich mit gehackten Erdnüssen sein („Weißt Bescheid, Schätzelein!“)… Es sei denn, die Gäste kommen aus Ghana…

3. Juni 2006 | Kick,News | Kommentare deaktiviert für Wieder da, wie immer…

Wieder da, wie immer…

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Der neue Oliver Kahn: jetzt als Papa Schlumpf der Mannschaft erster Anlaufpunkt und Hort der guten Laune – nicht nur für den Schweini so wertvoll wie ein kleines Steak…

Wir hatten ja schon alles vorbereitet, der Nachruf auf die deutschen WM-Chancen war bereits geschrieben, der Chefredakteur las missmutig von der Niederlage gegen Kolumbien im letzten Testspiel, 0:3, alle Tore Valderama (wie, der spielt gar nicht mehr?!), die „Abwehr“ ein einziger Torso, der international ironisch so genannte Cattenacio germanico, löchriger als Schweizer Käse, unorganisierter als die Germanen-Matte von Olli Kahn. Und Klinsmann grinsend in Erklärungsnotstand, die BILD-Journalisten („Journaille“ liegt buchstabenmäßig einfach zu nah bei „Kanaille“, und das verbietet sich in diesem Fall doch, oder?) feixend am Feiern, sich an der Katastrophe weidend. Und dann… kam alles anders, wie immer eigentlich.

Ja gut, äh, ich sach mal: Die Abwehr war immer noch nicht richtig sattelfest, die Arbeit nach hinten immer noch suboptimal, der Gegner hieß nur Kolumbien – ABER das SPIEL nach VORNE: eine Augenweide!!! Der Schweini besser denn je, der Poldi supidupi, beste Buddies eben, wie sich das gehört. Direktspiel über fünf Stationen, Pässe in die Tiefe, Dribblings, die Sinn machten und gewonnen wurden, Flanken aus vollem Lauf, Bissigkeit in den Zweikämpfen, Pressing de luxe. Spielfreude, Torchancen en masse, rausgespielt, Standards.

Kurz: die (Wieder-)Geburt einer neuen, einer richtigen Mannschaft, die zusammenhält, fightet und … endlich mal wieder Fußball s p i e l t. Hut(h) ab, Mr. Klinsman! Das alte, längst verloren geglaubte Confed-Cup-Feeling ist wieder da, die Vorfreude auf die WM kein billiger Durchhalte-Optimismus mehr. Doch warum überrascht uns das eigentlich? Wir sind wieder da, preußisch-pünktlich zur WM, wie immer…

TOM S. HUNTER

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