FANartisch: News

2. Februar 2006 | Kick,News | Kommentare deaktiviert für FLUCHT AUF DIE INSEL

FLUCHT AUF DIE INSEL

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Kriegen die Wolfsburger Jungs das ohne D’Alessandro besser hin?

Flüchtende Spieler allenthalben. Mpenza schickt sich im besten Fußballeralter selbst in die Wüste, Ailton flieht aus Istanbul, Rosicky scheint in Gedanken ohnehin permanent im Ausland zu sein (mindestens in Tschechien). Nun ein neuer Graf von Monte Christo: D’Alessandro hat die Flucht aus der Wolfsburg geschafft, der Sprung geht vom Kontinent auf die Insel, von einem Renommierclub zum nächsten, nun also der FC Portsmouth. Ausgerechnet Premier League, werden da viele denken, wird man da böse angeguckt, darf man sich nicht gleich weinend auf den Boden werfen, wird man da gefoult, sollte man so schnell wie möglich aufstehen, Mund abputzen und weiter. Aber D’Alessandro ist schließlich nur ausgeliehen, kann ja auch geläutert aus der Strafkolonie in die Bundesliga zurückkehren. Wie sich die Mannschaft des VfL Wolfsburg in der Zwischenzeit unter Klaus Augenthaler weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. Nach der Auftaktniederlage hat sie jedenfalls die Chance, sich ohne die argentinische Mini-Diva zusammenzuraufen. Gelingt das nicht, bricht in Wolfsburg endgültig Alarm aus.

TOM S. HUNTER

1. Februar 2006 | Le Pissoir,News,Vor 100 Jahren | Kommentare deaktiviert für Olé! Stierkampf mal anders

Olé! Stierkampf mal anders

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Motril, Südspanien. Der kleine Mann weicht geschickt aus, bevor er um sein Leben läuft, schlägt Haken, entkommt seinem Verfolger, für den er ein rotes Tuch ist, nur mit Mühe und Not. Von Anmut keine Spur, die Zuschauer sind fassungslos. Der kleine Mann ist Schiedsrichter, sein Verfolger sitzt im Auto, die Arena ist ein Fußballplatz. Aus Wut über einen Elfmeterpfiff habe ein Zuschauer versucht, den Unparteiischen auf dem Fußballfeld zu überfahren, berichtet die Zeitung „Granada Hoy“. Zwei Mal sei er auf den Schiedsrichter zugefahren, der rechtzeitig zur Seite springen und vom Feld rennen konnte, danach das Spiel abbrach und Anzeige erstattete. Schiedsrichterobmann Diego Millán, der für den Fall zuständig ist, gab zu Protokoll: „So etwas habe ich in meinen 52 Jahren im Dienst im Schiedsrichterbereich noch nicht erlebt.“ Auch FANartisch kommt das spanisch vor, hatte doch der Schiri dem rabiaten Stockcar-Alonso nicht mal Rot gezeigt.

TOM S. HUNTER

1. Februar 2006 | Auswärtsspiel,Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für 1000 Werbe-Meisterwerke (WM) – #2 adidas +10

1000 Werbe-Meisterwerke (WM) – #2 adidas +10

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„Titaaan, Titaaan – wer mitten im Sprung Selbstgespräche führt, ist kein Titan!“ Diesen Satz sagt Oliver Kahn im adidas-Werbespot für die neuen Trikots der deutschen Nationalmannschaft zwar nicht, aber seine Mimik verrät: möglich, dass er ihn denkt. Ob und was Lukas Podolski denkt, wenn er sein „Dollpass alleine? Vergisses!“ in unnachahmlicher Weise aufsagt, verrät sein Gesicht mal wieder nicht. Pokerface! Niemand kann erraten, wohin er wechseln wird, niemand wird je erfahren, wo genau in Köln Bergheim dieser Dollpass erfunden wurde. Laut Presseinformation zur globalen adidas-Fußball-Marketing-Strategie „+10“ geht es ja auch gar nicht um Poldi, sondern um Philosophie. Im Mittelpunkt der Kampagne stünden weder neue Sprachübungen oder Atemtechniken, sondern „die deutsche Fußballnationalmannschaft und der Mannschaftsgeist innerhalb der Elf“. Auch ist es deutschen Wissenschaftlern immer noch nicht gelungen, die Zeit anzuhalten. „Der Spot wurde mit Hilfe einer besonderen Technik gefilmt, die eine Wiedergabe im Maßstäbe setzenden HD-Design ermöglicht. Darüber hinaus wurde eine Kamera eingesetzt, die mehr als 1.000 Bilder pro Sekunde aufnehmen kann, so dass bestimmte Sequenzen in einer eindrucksvollen Superzeitlupe wiedergegeben werden können.“ Schade! Und wir hatten uns schon so drauf gefreut, Ronaldo diesmal mitten im Schuss anzuhalten…

BUCK LEBOWSKI

1. Februar 2006 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für EINMAL KONG IM CAFÉ KING

EINMAL KONG IM CAFÉ KING

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Rankestraße, gar nicht weit vom Kudamm, es gibt es also wirklich, das Café King, die berühmte Lasterhöhle, in der Robert Hoyzer und andere Schiedsrichter sich verführen lassen sollten zu Schweinkram bundesweiter Dimension. Besser bekannt als „WETTSKANDAL“ oder „DER GRÖSSTE WETTSKANDAL“. Es ist Februar, und ich schlage an diesem Sonntagmorgen meinen Mantelkragen hoch, weil es immer stärker schneit in Berlin, wo ich meinen mysteriösen koreanischen Freund Felix besucht und das Ganze mit dem Spiel meines HSV bei der Berliner Hertha verbunden habe. Das Spiel war gestern, der HSV war so was von besser, echt, und hat sich dennoch eine unglaubliche 4:1-Klatsche gefangen. Vor allem unglaublich dumm. Schnee von gestern, mein Sonntagmorgen ist eigentlich ein Mittag, ich bin schon wieder halbwegs nüchtern, aber immer noch schwer übellaunig, obwohl ich schon gefrühstückt und gepackt habe und nachher fahren will. Und vorher noch kurz ins Café King und mal schaun und denen mal die Meinung geigen. Und überhaupt, der Hoyzer soll mir mal über den Weg laufen, der ist ja schon wieder raus aus der Untersuchungshaft.

Rache! Rache für Paderborn, dieses unglaubliche Pokalaus mit einer peinlichen roten Karte für Emile Mpenza und zwei noch peinlicheren, unberechtigteren, lachhafteren Elfmetern gegen den HSV, Hoyzer hat an diesem Tag wirklich Schwerstarbeit geleistet, viele Fotos werden hinterher die ungläubigen (Barbarez), fassungslosen (Lauth, Mpenza), hysterisch erheiterten (Beinlich) Blicke der HSV-Profis Richtung Schiedsrichter zeigen. Kurze Zeit nach dem Spiel hat man diese Bilder noch anders gedeutet, mit dem Glauben an die Unfähigkeit eines jungen Schiedsrichters, der überfordert war, der Aufgabe nicht gewachsen, der sich hat anstecken lassen vom ganzen Pokalsensationsfieber – die Blicke der Profis, na klar, bar jeder Selbstkritik, ungläubig auch ob der eigenen Leistung. Aber von wegen! Manche Dinge, die einem so was von komisch vorkommen, klären sich halt erst viel später auf…

Und jetzt? Was mache ich eigentlich hier, wie ich da so vor dem Café Dings stehe? Ich bin doch eigentlich ein lieber Kerl, weder Bombe noch Baseballschläger unterm Mantel. Wie lautet mein Auftrag? Also erst mal rein, schaun mer mal, und aufwärmen. Aber bestellen werd ich hier nix, so viel steht felsenfest! Mmh, warm! Uaaargh, laut! Und ich dachte, Euro-Dance wäre ausgestorben, dumm von mir. Ist zum relaxten Sonntagsbrunch voll angesagt, in voller Lautstärke, Lounge zum Chillen ist was für die Dörfer, dit hier is Hauptstadt. Die Parole steht eigentlich auf „langer Schuh“ – aber das hier ist alles zu bizarr. Hier sitzt ja wirklich der halbe Balkan beim Brunch (Ante S. sitzt aber woanders), Familien mit Kindern, aber auch Schwarzlederbejackte von der Türstehergewerkschaft, immer so 6-8 an einem Tisch. Willkommen im Klischee, ich bleibe! Gefahrensucher! Mal sehen, wie die ihre Wettscheine ausfüllen und sich um die Kohle streiten. Und die Bedienungen passen da doch gar nicht zu, rennen in Vielzahl in roten King-Poloshirts umher, scheinen echt ok zu sein und suchen mir nen Tisch. Wenn die wüssten…

Na gut, ich bestelle mir nen Kaffee, aber bezahlen werd ich nix, harhar. Und mit dem Zucker rumsauen werd ich auch, so! Aber die Bedienung ist supernett, und was kann sie denn schon dafür, und dann muss sie das nachher selber zahlen und alles wegwischen. Scheißidee! Und keine Chance, Frust abzubauen, die Musik nervt jetzt noch mehr als der ganze Plan, hierher zu kommen. Der schnellste Kaffee meines Lebens, zahlen, bitte, danke. Und jetzt raus hier. Aber erst noch aufs Klo, misstrauisch beäugt von den Lederjacken-Brunchern. Paranoia ist auch eine schöne Krankheit, denke ich beim Urinieren. Leider ist der Brechreiz nicht stark genug, der beim Betrachten des Schaukastens auf dem Weg zur Toilette aufkam – die Fotos von denen können einem echt den Rest geben. Aber nur Wut kommt wieder hoch, das Frühstück bleibt unten. Wie treten Hooligans noch mal gleich Pissbecken von der Wand? Mmh, dafür sollte man zu zweit sein. Die Toiletten verstopfen, denke ich, als ich mir die Hände mit dem grünen Wegwerfpapier abtrockne, das ginge hiermit ja wohl super alleine. Und: Scheiße, Edding vergessen!

Als ich das Café verlasse, bin ich mit mir im Reinen. Die Sonne scheint. Wie gut, dass ihr hier alles Arschlöcher seid, denke ich. Wie gut, dass ich manchmal auch eins sein kann.

BUCK LEBOWSKI

29. Januar 2006 | News,Tipp | Kommentare deaktiviert für KAI AUF DER KISTE

KAI AUF DER KISTE

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Wer kann bei der WM schon direkt auf dem Anstoßpunkt sitzen?

Auch noch keine WM-Karten zugelost bekommen, dafür aber das eigene Wohnzimmer zur FIFA WM 2006™ schon kräftig mit trinkfesten Freunden überbucht? FUSSI deluxe hat da eine Lösung, um stilvoll das Unverzichtbare mit dem Nützlichen zu verbinden. Mit dem SoccerHocker™ kann man schon vor dem ersten Anstoß die nicht mehr in den Kühlschrank passenden Bierreserven in bequeme V.I.P.-Sitzplätze in der ersten Fernsehreihe verwandeln. Der weiche Kunstrasen hinterlässt garantiert keine schmerzenden Abdrücke auf dem Allerwertesten und macht jeden Kasten auch zum hart umkämpften Fußhocker oder zur stylischen Chipsablage. Und wenn man dann doch noch WM-Karten kriegt, hat man schon ein prima Sitzkissen.

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