FANartisch: News

12. Mai 2006 | Kick,News | Kommentare deaktiviert für Wichtig für die Region

Wichtig für die Region

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 Abstiegsendspiel, Nervenzerreißprobe, Existenzkampf. Bis einer weint… Oder vor Neid und Wut grün anläuft…

Seitdem Fußballvereine Fußballbetriebe geworden sind – ja nach dem Umsatz zumeist auch noch mittelständische – ist der Betrieb wichtig für die Region. Hört man immer wieder. Und dann werden die Arbeitsplätze hochgerechnet, die im Falle eines Abstiegs über die Wupper gehen. Schrecklich. Wieso denkt eigentlich niemand an die mittelständischen Fußballbetriebe in Bochum, Aachen und irgendwo, die diese volkswirtschaftlich kompensieren sollten?

Klar ist auch: Wenn das ehemalige Zonenrandgebiet irgendwas braucht, dann endlich mal Derbys auf gleicher Augenhöhe. Wäre ja auch mal wichtig.

Wenn so ein Spiel wichtig für die Regionen ist, dachte ich mir, besorg dir doch mal so eine Karte für ein Abstiegsendspiel. So aus reinem Voyeurismus. Sensations- oder Abstiegstourismus. Also werde ich die Pfälzer Region (zumindest ganz tief im Inneren) so richtig leidenschaftlich unterstützen.

Moment mal? Die Roten Teufel? Die Mannschaft, die uns jahrelang mit Spielern wie Ciriaco Sforza gequält hat? Die den stolzen Barmbeker Weltmeister in die Zweite Liga gelockt hat?

Und … wer wird denn wohl das Freibier stiften? Die Roten Teufel? Wohl kaum. Also…

Also werde ich zum Spiel gehen und mit dem Verlierer weinen. Mein Verein kämpft um den direkten Einzug in die Meisterklasse, ohne seit einer Generation Meister gewesen zu sein, und ich sitze in Wolfsburg und denke daran, wer mir hier wohl am meisten Freibier spendiert. Ich werde weinen, weil ich ganz unten angekommen bin – in der Kaste der eventisierten Zuschauer.

Hat jemand mal ’ne Karte für die WM?

JOSÉ ZORILLA

11. Mai 2006 | Le Pissoir,News,Vor 100 Jahren | Kommentare deaktiviert für TRESENHOCKER #5

TRESENHOCKER #5

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Arbeitslos und eine Flasche Bier? Da hat sich doch in Newcastle ein arbeitsloser Fan lieber die Markenrechte an seinem Lieblingsclub Newcastle United eintragen lassen (weil dieser sich als F.C. nur für „Football Company“ statt für „Football Club“ hatte eintragen lassen). Wer weiß, wann der erste Schalke-Fan nach dem dubiosen Stadiondeal seines Vereins mit der Stadt Gelsenkirchen auf die Idee kommt, sich für den symbolischen Betrag von einem Euro die Markenrechte am „FC Schalke 05“ zu sichern…

10. Mai 2006 | Kick,Le Pissoir,News | Ein Kommentar

SCHÖNER KICKEN MIT BORIS JOHNSON

Legenden. Mythen. Revanche. Ein „Legends“-Benefizspiel konnte Deutschland gegen England 40 Jahre nach der umstrittenen Endspiel-Niederlage von Wembley mit 4:2 (2:0) für sich entscheiden. Für die deutsche Auswahl von „Trainer“ Lothar Matthäus spielten vor 20.000 Zuschauern in Reading u.a. ehemalige Nationalspieler wie Bodo Illgner, Thomas Berthold, Steffen Freund, Maurizio Gaudino (der Spiel und vor allem Gegenspieler so schnell nicht vergessen wird) oder Bruno Labbadia (der gleich zwei Treffer erzielte), aber auch Promis wie Herbert Grönemeyer und Schauspieler Peter Lohmeyer. Das englische Team, das von Trainer Sir Bobby Robson betreut wurde, trat unter anderem mit den Ex-Profis Chris Waddle, Graeme Le Saux, John Barnes oder Matt Le Tissier an. Aufgefrischt wurde der englische Kader u.a. durch Richard Ashcroft. Und natürlich – der Hammer – durch den britischen Stier Boris Johnson, seines Zeichens Politiker, Journalist und Historiker, wenn er nicht grade Gaudino auf die Hörner nimmt.FANartisch meint: Nach dem Auftritt von Boris Johnson ist nicht nur Maurizio Gaudino völlig klar, warum ein Teil des Erlöses aus der Partie an das Britische Rote Kreuz ging…

BUCK LEBOWSKI

5. Mai 2006 | News,Tipp | Kommentare deaktiviert für KULTURZWANG #3

KULTURZWANG #3

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A R T E. Vier Buchstaben, die den Fußballfan in Gleichgültigkeit einschlafen lassen? Eher nicht. Denn vor der FIFA WM 2006™ legt sich Europas schickster Kultursender rund um das Thema Fußball mächtig ins Zeug, mit spannenden Themenabenden, kleinen Feature-Perlen, Dokumentationen und Kurzfilmen. Wer heute Abend auch lieber weiterhin in den Mai tanzen, grillen und mehr möchte (als sich vor dem Fernseher schon mal WM-reif die eigenen vier Buchstaben plattzusitzen), der sollte seinen DVD- oder Videorekorder schon mal auf 22.15 Uhr für den Arte-Themenabend Tore, Turniere und Triumphe programmieren. Arte verspricht vollmundig eine Zeitreise durch 4000 Jahre Fußballgeschichte. Von der Pandemie des „WM-Fiebers“ rund um den Globus mit der Suche nach der größten Fußballnation aller Zeiten bis weit zurück zum rituellen Ballspiel „Pok Ta Pok“ (= Pöhl die Pocke?) der Mayas vor mehr als 3000 Jahren. Und das Ganze in Farbe und bunt. FANartisch meint: Das werden wir mal im Auge behalten, das Arte-Fußballprogramm. Und uns dann begeistert in FANarte umbenennen…

BUCK LEBOWSKI

PS: Auf gar keinen Fall verpassen sollte man wohl den Geist von St. Pauli – damit man ihn noch einmal sieht, wenn er schon in der Regionalliga so gut wie unsichtbar ist, ein Geist eben…

28. April 2006 | Le Pissoir,News,Vor 100 Jahren | Kommentare deaktiviert für Aktenzeichen FIFA WM 2006™-Kommerz

Aktenzeichen FIFA WM 2006™-Kommerz

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Foto: Marcus Ostermann

Es war einmal ein Verband, der wollte aus seinem besten Pferd im Stall den maximalen Gewinn rausholen – mit allen Mitteln. Um die Position des Fußballs im globalen Spiel auf Jahre zu stärken und zu sichern – und die eigenen Positionen und Pöstchen, das eigene Festgehalt und die eigenen Prämien. Clever, clever… Die juristische Abteilung freute sich ein Bein ab, der Marketing-Katalog der Dos & Don’ts wuchs täglich, schwoll vor der FIFA WM 2006™ in Deutschland voll jurisprudentischem Stolz wie der Kamm des größten Hahns auf dem Hof von Bauer Hein. Maximalausdehnung. Profitmaximierung. Jurist Hans im Glück. Der Spielraum für den unbeschwerten Umgang mit dem Fußballvokabular wurde dagegen eingeschränkt, in die Schranken gewiesen – alles nur zum Schutze der offiziellen Sponsoren und des „Produkts“ Fußball. Die Mutter der Porzellankiste?

Vor dieser Mutter – ein Bock als Gärtner ist nix im Vergleich zu dieser Elefantenkuh im Porzellanladen – müssen sich in der Fußballmärchenwelt alle in Acht nehmen. Vorsicht Fußball! Aber das scheint nun Geschichte, das Märchen nimmt ein gutes Ende, der Bundesgerichtshof will den Begriff „Fußball-WM 2006“ einfach nicht schützen. Goldmarie weint. Die deutsche Wirtschaft jubiliert. WM-Sammelbilder dürfen nun WM-Sammelbilder heißen, statt der Halbzeit-Pizza essen wir nun die WM-Pizza. Bäckt nun jeder Bäcker WM-Brötchen? Die Antwort ist ja! Muss die FIFA nun kleinere Brötchen backen? Mitnichten. Sie spart wahrscheinlich Millionen an Anwaltskosten und speckt die eigene Rechtsabteilung großzügig ab. Fanartisch meint: darauf ein inoffizielles, märchenhaft leckeres kühles WM-Bier! Und so tranken sie glücklich bis zum Scheitern der deutschen Mannschaft…

TOM S. HUNTER

PS: ENDE

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