Das Robben-Tor oder besser das Robben-Traumtor erlöste nicht nur die besonders angespannten Bayern-Fans auf Schalke und vor den Bildschirmen, sondern auch die objektiven Fußball-Fans, die sich schon damit abgefunden hatten, dass in diesem so viel versprechenden Pokal-Halbfinale nicht nur keine 6 Tore auf jeder Seite (doppelte Verneinung sollte man vermeiden, lieber Günter Netzer) fallen würden, sondern überhaupt gar kein einziges Tor in der regulären Spielzeit inklusive Verlängerung. Während man schon abwägte, wer beim Elfmeterschießen im Vorteil wäre, Bayern mit Butt im Tor und als Elfmeterschütze oder Schalke mit Neuer, da entschied der Weltklasse-Auftritt von Arjen Robben den Pokal-Fight doch noch in Overtime.
Vorher gab’s Rasenschach der beiden ordnungsliebendsten Trainer der Bundesliga, der FC Schalke 04 stand extrem tief und ließ sich von den Bayern auch nicht aus der Defensive locken. Felix Magath mauerte, während Louis van Gaal in Gedanken Spielanteile um Spielanteile auf dem Ballkontakte-Zähler seines FC Bayern München verbuchen konnte. Chancen sprangen auch ab und an mal heraus, aber an Manuel Neuer brachten die Bayern nix vorbei, und auch die Schalker scheiterten mit ihrer kleinen Offensive nach der Halbzeitpause an Jörg Butt. Dank Arjen Robben und seinem überragendem Tor heißt das Pokal-Finale Bayern gegen Werder Bremen, die Münchner fahren mal wieder nach Berlin, Berlin. Der FC Schalke hat in der Bundesliga allerdings vorher noch eine Chance zur Revanche…
Das Robben-Traumtor und die Highlights vom Halbfinal-Sieg des FC Bayern auf Schalke gibt’s hier noch mal in der Zusammenfassung auf Video zu sehen.
DFB-Pokal 2009/2010, Halbfinale, 24.03.2010
FC Schalke 04 vs. FC Bayern München 0:1 n.V. (0:0, 0:0)
Veltins-Arena auf Schalke, Gelsenkirchen, 61.700 Zuschauer
Tor:
0:1 Arjen Robben (112. Minute)
Robben-Tor + Highlights in der Zusammenfassung
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Nein, das ist keine Messi-Tore-Compilation in diesem Video, das sind die ersten drei Tore des FC Barcelona gegen Real Saragossa. Das schönste Tor von Lionel Messi bei seinem Hattrick gegen Saragossa, dem insgesamt dritten Hattrick der Saison für den kleinen Argentinier mit dem großen Fußballer-Herzen, ist wohl das zweite, das Messi-Tor mit dem maradonamäßig langen Anlauf und den Gegenspielern als menschliche Slalomstangen. OOOOOOOlééééééé. Na, welcher Fußball-Statistik-Fan möchte bei diesem tollen Messi-Hattrick darauf hinweisen, dass zu einem lupenreinen Hattrick die Tore auch nicht durch die Halbzeitpause unterbrochen werden dürfen, also gefälligst alle in einer Halbzeit geschossen werden zu haben sein? Unser Bürokraten-Deutsch klinkt sich an dieser Stelle aus. Wir üben jetzt lieber Fallrückzieher mit Papierkugeln auf den Papierkorb. Sind wir nicht alle ein bisschen Messi…?
Spanien: Primera División 2009/2010, 27. Spieltag, 21.03.2010
Real Saragossa vs. FC Barcelona 2:4 (0:1)
Tore, Tore, Tore: Der dritte Messi-Hattrick der Saison
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HSV – Schalke 2:2 – ganz weit vorn unter den Highlights in Hamburg: Thomas Rincon rettet auf der Linie gegen Edu mit dem Kopf, und zwar im Tor liegend, den Ball erst an den Pfosten lenkend und dann mit dem Hinterkopf zu Frank Rost spielend. Sensationelle Rettung von Rincon gegen Schalke, Nicht-Tor des Monats und sicher in jedem Saisonrückblick wieder und immer wieder zu sehen, dieser sehr spezielle Rincon-Kopfball. Doch es wurden auch Tore geschossen, denn in der jüngeren Geschichte zählt das Duell Hamburger SV vs. FC Schalke 04 zum attraktivsten, dramatischsten und unterhaltsamsten, was die Bundesliga zu bieten hat…
Schon in der Hinrunde lieferten beide Teams beim 3:3 auf Schalke das vielleicht beste Bundesligaspiel 2009/2010, und die zweite Halbzeit ließ in Hamburg diese Dramatik und Klasse wieder aufleben. Felix Magath hatte seine Schalker sogar in der ersten Halbzeit „besser“ gesehen als den HSV, der jedoch auf den Instinkt von Torjäger Ruud van Nistelrooy zählen konnte. Das Van-Nistelrooy-Tor veredelte artistisch das profane Wort „Abstauber“ um die Attribute „sensationell“, „sehenswert“ und „weltklasse“. Piotr Trochowski hatte Manuel Neuer einen Freistoß auf die Fäuste gezimmert, und der Schalke-Keeper ließ den Ball nach vorne prallen – der Reflex des Vollblutstürmers Van the Man machte Volley das Tor im Autopilot-Modus, van Nistelrooy nahm den Ball über Hüfthöhe direkt ab und drosch ihn wie selbstverständlich in die Maschen. „Einfach phantastisch“, würden nicht nur die Ludolfs wie ein Mantra (nein, nicht Manta, Kevin) wiederholen, wenn sie sich genauso für Fußball interessierten wie für Autos…
In der zweiten Halbzeit die Schalker dann – von Felix Magath in der Kabine noch mal deutlich psychologisch frischgemacht (ja, im Kopf, Kevin, das ist im Kopf, wenn das psychologisch ist, richtig) – im Nix-mehr-zu-verlieren-Stil gegen einen HSV, der zunächst noch nicht einmal allzu sehr von Bruno Labbadia baldrianisiert wirkte. Doch die Hamburger hatten weder Schalkes eingewechselten Baumjohann auf der Rechnung noch ihren eigentlich zur Abwehr von Angriffen verpflichteten David Rozehnal. Der hielt seine rasierte Rübe unglücklich in eine ungestörte Baumjohann-Flanke, verlängerte perfekt über Joris Mathijsen auf den am langen Pfosten lauernden Kevin Kuranyi, der sein Glück kaum fassen konnte, als Frank Rost auch noch aus dem Tor stürzte. Der längste aller Dalton-Brüder benutzte seinen Kopf so, wie er seinen Kopf am liebsten benutzt: zum Toreköpfen. 1:1, dem schnell ein Elfmeter zum 1:2 für Schalke folgte, weil Schiri Stark sich auf seinen Schiedsrichter-Assistenten Robert Kempter (ja, genau, der Bruder von SMS-Kempter) verließ, der für den „Foulelfmeter“ ebenso einen Assist verdient hätte wie Baumjohann, der den Elfer schließlich wie ein Erfinder des Trocken-Flachköppers herausgeholt hatte. Ivan Rakitic war das alles egal, verwandelte den Elfmeter auch, obwohl er wiederholt werden musste. Schalke nun kurzfristig Tabellenführer der Bundesliga – für 9 Minuten…
Selten bis nie zuvor hatte eine Pitroipa-Einwechslung einen zählbaren Erfolg hinterlassen – aber diesmal landete Labbadia einen ungeahnten Treffer damit. Pitroipa entwickelte so etwas wie Torgefahr und brachte sogar einen scharfen Trochowski-Querpass im Tor unter. 2:2 – mal wieder ein Unentschieden der besseren Art in einem Topspiel, das den Namen auch wirklich verdiente.
Alle Tore und Highlights vom laut Dittsche „leistungsgerechten“ 2:2 zwischen dem HSV und Schalke kann man hier noch mal in der Zusammenfassung auf Video sehen.
Barrios-Tore Nummer 14 und 15 für den BVB – der Doppelpack von Lucas Barrios gegen Leverkusen ließ Dortmund das Bundesliga-Topspiel des Samstagabends deutlicher gewinnen, als es die Spielanteile und Torchancen der 1. Halbzeit hätten ahnen lassen. Hier war Leverkusen am Drücker, für den BVB rettete ein ums andere Mal ein bestens aufgelegter Roman Weidenfeller mit vollem Körpereinsatz und glänzenden Paraden, so dass die Dortmunder etwas glücklich die Null gegen die starken Gäste halten konnten. Doch im Fach „Motivation und Heißmachen“ hat Jürgen Klopp die Bestnote, Eins plus plus mit Sternchen, und so setzte der BVB-Trainer sein Team in der Pause noch mal richtig unter Dampf…
Dass die Leverkusener im zweiten Durchgang eine Kette von individuellen Fehlern produzierten, spielte vor allem Barrios und Zidan in die Karten. Dortmunds Sturm-Duo infernale strafte Bayer Leverkusen nun eiskalt ab. Als nach den beiden Barrios-Toren das Team von Jupp Heynckes immer noch nicht genug von den eigenen Fehlern hatte, schlug auch Dimitar Rangelov noch im Alleingang zu. Und zwischendurch hätte Barrios sogar fast noch das Tor des Monats erzielt, als der BVB-Welttorjäger mit dem Kampfnamen La Pantera sich einen in den letzten Zügen zuckenden Leverkusener Fehlpass an der Mittellinie panterartig krallte und den Ball zur Freude von René Adler direkt aufs Tor schickte. Der Leverkusen-Keeper rettete im Stile einer deutschen Nr. 1 und konnte das Ding gerade noch so eben über die Latte lenken…
Alle Tore und Highlights von der 3:0-Party von Borussia Dortmund gegen Leverkusen gibt es hier noch mal in der Zusammenfassung auf Video zu sehen…
Bundesliga 2009/2010, 27. Spieltag, 20.03.2010
Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen 3:0 (0:0)
Dortmunder Signal Iduna Park, 77.000 Zuschauer
Tore:
1:0 Lucas Barrios (50. Minute, Ecke: Owomoyela)
2:0 Lucas Barrios (61., Assist: Zidan)
3:0 Dimitar Rangelov (87.)
Alle Tore und Highlights in der Zusammenfassung
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Das Fenin-Tor stellte den Spielverlauf des Bundesliga-Duells Frankfurt – Bayern keineswegs auf den Kopf, sondern war die Belohnung für das leidenschaftliche Spiel der Eintracht gegen müde Münchner, denen gegen Ende auch noch der Dusel ausging. Die Frankfurter erspielten sich in der Commerzbank-Arena Chance um Chance gegen die Bayern, die mit den Gedanken schon in den kommenden englischen Wochen voller Topspiele zu sein schienen. Auch Eintracht Frankfurt vs. FC Bayern München hatte in der Bundesliga lange Jahre Topspiel-Status, bevor die Eintracht mit Fußball 2000 an den eigenen Ambitionen scheiterte und daran fast bankrottging. Die Millionentruppe des FC Bayern scheiterte in Frankfurt auf den letzten Metern allerdings nicht nur kollektiv an der Einstellung, sondern auch an den individuellen Fehlern und der mangelnden Erfahrung ihres Shooting-Stars in der Abwehr, des 17-jährigen Österreichers David Alaba…
Als Miroslav Klose gegen Frankfurt das Tor zum 1:0 für Bayern machte, dachten viele noch: Das war’s schon! Das packt die ersatzgeschwächte Eintracht nicht mehr, der FC Bayern setzt noch einen Konter und schaukelt das Ding jetzt mit totaler Dominanz und 5000 Ballkontakten nach Hause. Aber von Souveränität keine Spur, im Gegenteil: Eintracht Frankfurt bis in die Haarspitzen motiviert, spielte Powerplay vor dem Münchner Strafraum, drängte mit Macht auf den Ausgleich, den Jörg Butt lange verhindern konnte. Als den Frankfurtern in der zweiten Halbzeit schon die Luft auszugehen drohte, kippte das Spiel doch noch…
Von einem zentral vors eigene Tor geeierten Rückpass des Bayern-Juwels Alaba profitierte das Frankfurter Amateur-Juwel Tsoumou. Gestatten Tsoumou, Juvhel Tsoumou, fertig machen zum Juvheln, äh, Jubeln: Beim Pressschlag mit dem eingewechselten Frankfurter zog Jörg Butt den Kürzeren. Während sich die Mienen auf der Bayern-Bank verfinsterten, stand das Stadion kopf. Wenn Christian Nerlinger gewusst hätte, dass das Tsoumou-Tor noch nicht der Schlusspunkt war, hätte er sich sein sauertöpfisches Gesicht allerdings für den absoluten Höhepunkt aufgespart. Zwei Minuten später tanzt Martin Fenin aus dem Stand David Alaba ungestört aus, zimmert den Ball vorbei an Butt an den langen Innenpfosten … TOR! Das Fenin-Tor gab Bayern den Rest, Eintracht Frankfurt ein Tollhaus. Die Frankfurter feiern, Bayern schleicht in die Kabine. Und Eintracht-Trainer Michael Skibbe bejubelt seinen allerersten Erfolg gegen den FC Bayern…
Alle Tore und Highlights vom leidenschaftlichen Last-Minute-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen Bayern München kann man hier noch mal in der Zusammenfassung auf Video sehen.
Bundesliga 2009/2010, 27. Spieltag, 20.03.2010
Eintracht Frankfurt vs. FC Bayern München 2:1 (0:1)
Frankfurter Commerzbank-Arena, 51.500 Zuschauer
Tore:
0:1 Miroslav Klose (6. Minute, Assist: van Bommel)
1:1 Juvhel Tsoumou (87., Rückpass: Alaba)
2:1 Martin Fenin (89., Assist: Altintop)
Alle Tore und Highlights in der Zusammenfassung
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