FANartisch: News

3. Januar 2006 | News,Vor 100 Jahren | Kommentare deaktiviert für VON SCHIRIS UND ANDEREN VÖGELN

VON SCHIRIS UND ANDEREN VÖGELN

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Norbert Meier sorgte in Deutschland unlängst mit dem ersten eingedrehten Selbstverletzer, einem hingehauchten Kopfstößlein mit anschließender Ohnmachts-Schraube rückwärts und wundersamer Verletzung unter dem Auge, für den Präzedenzfall unter den Trainern und Furore in den Medien. In Spanien bewies zuvor bereits ein Schiedsrichter, dass nicht nur Spieler theatralisch dahinschwalben können. Der Unparteiische Jose Luis Prados Garcia ging einst beim Erstliga-Punktspiel zwischen Racing Santander und Real Saragossa (1:2) wie vom Blitz getroffen zu Boden, als Santanders Torwart Jose Maria Ceballos ein wenig nahe an ihn herangetreten war. Aufnahmen des Fernsehens machten deutlich, dass der Keeper den Schiedsrichter kaum berührt hatte – aber dafür von dem Hingestreckten selbstverständlich die rote Karte sah. Das Sportblatt „As“ bezeichnete Prados Garcia, der in der Saison davor noch als Spaniens bester Unparteiischer ausgezeichnet worden war, daraufhin als „Schauspieler“. FANartisch fragt sich: Wann schwalben wohl die ersten Manager, Spielerfrauen, Maskottchen, Physiotherapeuten, Mannschaftsärzte, Kommentatoren, Spielerberater, Balljungen oder Flitzer oscarreif über die Szenerie?

BUCK LEBOWSKI

2. Januar 2006 | News,Tipp | Kommentare deaktiviert für Alles okay?

Alles okay?

Eishockey? Eishockeydresche! Erinnert ein bisschen an Slapshot…

2. Januar 2006 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für TAGEBUCH EINES FUSSBALLHASSERS #2 – Bekenntnisse eines Ignoranten von geringem Sachverstand

TAGEBUCH EINES FUSSBALLHASSERS #2 – Bekenntnisse eines Ignoranten von geringem Sachverstand

Ja, warum bloß? Nur weil man nicht weiß, wie es ausgeht, wie aus vorgeblich berufenem Mund verlautbart worden ist? Das weiß man beim Tatort auch nicht (allerdings will man es da noch viel weniger wissen, weil die Qual, bis zum Ende zuschauen zu müssen, noch größer ist). Nein, der Grund muss viel tiefer liegen, buchstäblich, in entwicklungsgeschichtlich mindestens dem Pleistozän zuzurechnenden Gehirnregionen, sozusagen in der Kinderstube des Homo sapiens. Schauen wir uns doch zum Vergleich einen durchschnittlichen deutschen Kindergarten an. Wo liegt der Unterschied, davon abgesehen, dass nicht jede Woche einmal die halbe Nation zugeschaltet ist? Es gibt keinen, außer dass es sich auf dem Fußballfeld um erwachsene Männer handelt, die in bunter Kinderkleidung herumwimmeln und sich um ein Spielzeug kloppen. „Jetzt gib aber dem Kevin auch mal den Ball, hörst du? Willst du wohl hören?“

Auf den Rängen, insbesondere in den VIP-Logen, geht es nicht weniger infantil zu. Fast wähnt man sich auf einem Spielplatz, wo die Muttis aus unerfindlichem Stolz ihre missratenen Sprösslinge auf einer nur ihnen intellektuell zugänglichen Vergleichsskala einsortieren: „Meiner ist der Schönste“, behaupten die strähnchenblondierten Fußballerweibchen stolz, zeigen ihre Zahnkronen, um Stutenbissigkeit zu demonstrieren, und rücken sich die überdimensionalen blaustichigen Gucci-Brillen zurecht, mit denen sie ihre ausdruckslosen Lärvchen glasieren, nur damit es ordentlich zurückblitzt, wenn man sie mal fotografieren sollte – aber wer will das schon?

Diese verruchten Arschgeweihten jedenfalls bringen mit Vorliebe den gemeinsamen Nachwuchs namens Orlando-Chantal mit ins Stadion, damit der Papa sich noch bescheuerter aufführen darf, wenn er ein Tor geschossen hat. Ansonsten wird auf dem Rasen – wie im Kindergarten – ordentlich getreten, der Wortschatz der Beteiligten erreicht qualitativ und quantitativ bestenfalls Krabbelgruppenniveau, und sobald einer da unten irgendwelche Karten herzeigt, sind die anderen schwer beeindruckt – wie beim Yu-Gi-Oh in der Grundschule, wenn einer das Maximalmonster hat. Und das soll nun der soziale Kitt sein, der ständeübergreifend Jung und Alt, Mann und Weib, Arm und Reich im Spiel versöhnt?
(Fortsetzung folgt…)

M.O.

[unverhofft auf dem Dachboden gefundene Tagebücher wie dieses spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider]

1. Januar 2006 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für TAGEBUCH EINES FUSSBALLHASSERS #1 – Bekenntnisse eines Ignoranten von geringem Sachverstand

TAGEBUCH EINES FUSSBALLHASSERS #1 – Bekenntnisse eines Ignoranten von geringem Sachverstand

„Sinnloser als Fußball ist nur noch eins: Nachdenken über Fußball.“ Auch wenn er sonst viel Schlaues sagt, der Martin Walser, besonders wenn er vor großem Publikum in noch größeren Kirchen spricht – hier irrt der Dichter: Es lohnt sich durchaus, über Fußball nachzudenken. Wer es einmal gründlich getan hat, muss es nie wieder tun. Denn dann weiß er ein für allemal, warum es sich tatsächlich nicht lohnt.

Fußball, einstmals der Sport der Unterdrückten, der Gestrauchelten und Tagediebe dieser Welt, ist salonfähig geworden, und das heißt bei uns: fernseh-, also wohnzimmertauglich. „Deutschland spielt, heut’ bleibt der DVD-Player aus!“, lautet die allfällige Losung der audiovisuell hochgerüsteten Mittelklassefamilien, die mit surroundverdrahteten Beschallungsanlagen in den guten Stuben ihrer Reihenendhäuser dem Unterschichtenfernsehen entkommen wollen (und damit unbewusst der Unterschichtencinematographie Vorschub leisten). Wenn Fußball im TV kommt, sind alle traulich vereint wie damals in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts (oder war es das vorletzte?), als die so genannten Straßenfeger für flächendeckende Verbreitung des schlechten Geschmacks sorgten: Vater, Mutter, Omma, Oppa, Fred und Hilde von nebenan, Onkel Willi und sogar die beiden schwer verpickelten Nachkömmlinge undefinierbaren Geschlechts, die sonst nur mit Brachialgewalt hinter ihren fast ausschließlich zu Bildungszwecken genutzten Computern wegbugsiert bzw. von ihren drahtlosen Fernsprechgeräten entkoppelt werden können. Gut, Mutti ist nicht eigentlich dabei – als Einzige betätigt sie sich sportlich an solchen Abenden und pendelt unentwegt zwischen Küche und Wohnzimmer, schwer bepackt mit Schnittchen und Bier für die Erwachsenen und entkoffeinierter, entzuckerter, überhaupt entidealisierter und vielleicht auch schon entbrauster Brause für die Zahnspangenträger. Die anderen tackern sich reglos und unverrückbar in die soeben abbezahlte Wohnlandschaft und harren der Dinge, die da kommen. Warum bloß?
(Fortsetzung folgt…)

M.O.

[unverhofft auf dem Dachboden gefundene Tagebücher wie dieses spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider]

21. Dezember 2005 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für „SEKT FÜR DIE NUTTEN, SCHAMPUS FÜR UNS, WIR SIND ALLE WOLFSBURGER JUNGS!“ Oder: Was sich VW-Manager dieses Jahr zu Weihnachten wünschen…

„SEKT FÜR DIE NUTTEN, SCHAMPUS FÜR UNS, WIR SIND ALLE WOLFSBURGER JUNGS!“ Oder: Was sich VW-Manager dieses Jahr zu Weihnachten wünschen…

Liebes Christkind, bitte sehr, bring uns Folgendes hierher:

Als Erstes bittschön viel mehr Spesen, wir sind ganz artig auch gewesen…
Auch die Fußballer im Zeichen des V und W sollten noch ein zusätzliches Spesenkonto eingerichtet bekommen, für nützliche Dinge wie privat schick essen gehen, stilechte Privatflüge in prunkvollen Privatjets für ganz private Erlebnistouren durch die Shoppingzentren Europas, private Tankgutscheine, mobile Privatkommunikation, private Reinigungskräfte und Gärtner sowie Privatmassagen in privaten Privatmassageclubs.

Sodann, ich bitt dich, nur kein Geiz, Erfolg und Titel hätten Reiz…
Mittelmaß ist auf Dauer langweilig, selbst in einer Spaßmetropole wie Wolfsburg. Zwar bietet die Stadt alles, was das Herz begehrt, ein Schloss, ein Werk, das Arbeit gibt, und einen See, den jeder liebt. Von der trendigen City-Galerie, der Autostadt, dem hippen Nachtleben auf dem Kaufhof und dem Weltniveau im modernen Kunstmuseum ganz zu schweigen. Aber die Fans lechzen nach Titeln, sind bereit, mit ihrem Support für die ganz hohen Ziele des Clubs bis an die Schmerzgrenze zu gehen. Alles unter Champions League schmerzt, da hilft die ganze Apotheke von Bayer nicht.

Zu diesem Zweck, du ahnst es schon: paar neue Spieler, im Karton?
Hanke war purer Luxus. Der Sturmbolide, der wie einst Hotte Hrubesch von Hamm/Westfalen auszog, die Welt zu erobern, war grade mal bis Gelsenkirchen gekommen, als Thomas Strunz sich seiner erinnerte. Nun hat er es geschafft: endlich Wolfsburg, endlich angekommen! Für dreikomma-x Millionen Euro in nullkommanix. Aber überall ist Schwund – und Petrov weg. Und wer hilft Hanke nun, sich wie einst Hrubesch weiterhin für die Nationalelf zu empfehlen? Mit der Petrov-Ablöse lassen sich doch bestimmt noch einige Ersatzbänke plündern.*

Zu guter Letzt, wir sind bescheiden: Mehr Feuer könnten wir gut leiden…
Sie fehlt, die gute alte Brandrede vor versammelter Weltöffentlichkeit. Ein erneut aufflackerndes „Was erlaube Struuunz?“ und „Hatter verpflichtet überteuerte Spieler wie Flasche leer“ wäre ein Geschenk erster Kajüte für den VfL. Ein derart reinigendes Gewitter von hohem Unterhaltungswert würde dem Club noch viel mehr Farbe und Esprit verleihen, Zielsetzungen wie Champions League würden fortan nicht mehr belächelt. Sondern endlich so ernst genommen, wie sie seit jeher gemeint waren – na ja, vielleicht in Braunschweig.**

PS: Fürs Rathaus noch einen Balkon, das war’s dann aber wirklich schon!
Trotz UI-Cup-Aus im Halbfinale dieses immer hochklassiger besetzten Wettbewerbs: Wenn der Wunsch nach Titeln in Erfüllung geht, soll einen das doch nicht unvorbereitet treffen. Wie schon im Zwischenhoch der letzten Saison ein pfiffiger Rentner anregte, braucht man am modernen Rathaus noch schnellstens einen ebensolchen Balkon, um Triumphe auch richtig feiern zu können. Stahlrohrkonstruktionen wie die Zusatztribünen im alten Stadion am Elsterweg haben zwar auch einen gewissen Charme, sind in Wolfsburg aber von gestern. Today is extreme-klotzing!

*Längst von der Realität eingeholt, überholt, ausgebremst – Geschenke regneten schon vorweihnachtlich im August darnieder: Geholt wurden unaussprechliche Granaten wie der gut abgehangene Levan Tskitishvili, der kleine Domingos Alexandre Martins Costa, kurz Alex („Alexinho“ wäre treffender), ein etwas anderer Ailton, nämlich ein Adailton Pereira Coelho, genannt Abuda („Mach Abuda!“, „Die Zeugen Abudas“, „Der Tor-Buddha“ und „Der Brasilibuda“ gab’s gratis dazu), sowie ein spritziger Südhang-Franzose aus dem Hause Marlet, Vorname Steve.

**Brandreden gab’s wohl auch schon vor Weihnachten – allerdings hinter verschlossenen Türen. Nachdem sogar noch in Kaiserslautern verloren wurde und Karhan dabei auch noch seine Einwechslung verweigert haben soll, war das Maß für die VW-Führung voll: Mit Struuunz und Faaach wurde die sportliche VfL-Führung gleich komplett gefeuert. Da brennt der Tannenbaum…

BUCK LEBOWSKI

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