3. November 2006 | Auswärtsspiel,News | Keine Kommentare

Zielscheibe Merk

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Ganz unten ist er, der Dr. Markus Merk. Wollte nach der WM im eigenen Lande gar die Pfeife an den Nagel hängen, zu hoch waren die eigenen Ansprüche, zu schlecht die Bewertung seiner Schiedsrichter-„Leistung“ durch FIFA und Fans. Das Schwarze Loch nach der sommerlaunigen Weltmeisterschaft, die doch „seine“ WM werden sollte. Statt Finale war für Merk nach einem seltsamen Elfmeterpfiff und anderen merkwürdigen Fehlentscheidungen schon nach der Vorrunde schluss. Schon in der vergangenen Bundesligasaison fiel der Zahnarzt aus Kaiserslautern mit schwachen Leistungen und einer noch schwächeren Selbstdarstellung auf, krönender Höhepunkt dann das furiose Saisonfinale, als zwischen dem HSV und Werder Bremen so viel auf dem Spiel stand und Merk über die direkte Champions-League-Teilnahme auch ebenso direkt mit der Pfeife entschied. Von Selbstkritik keine Spur. Alles richtig.

In dieser Saison macht Merk, der einst gar „Weltschiedsrichter“ der Jahre 2004 und 2005 und damit Aushängeschild der deutschen Schiedsrichtergilde war, nach Besinnungspause dann doch weiter – und schließt nahtlos an sein andauerndes Leistungstief an. Club-Trainer Hans Meyer unterstellte Merk in dessen vierter Partie nach der Weltmeisterschaft in der entscheidenden Szene sogar Absicht. „Mich hat der Pfiff nicht gewundert. So einen Elfmeter muss man geben wollen, sonst kann man ihn nicht geben“, wetterte Meyer. Und ist damit in guter Gesellschaft der HSV-Fans, die das Merk schon nach dem letzten Saisonfinale auf den Kopf zusagten und ihn nie wieder als Schiedsrichter bei einem HSV-Spiel sehen wollten. Und … dieses Wochenende … sehen sie ihn wieder, müssen sie ihn in Wolfsburg wieder sehen.

Für den Zahnarzt mit der Fistelstimme könnte das eine Gelegenheit sein, etwas an Glaubwürdigkeit und Renommee zurückzugewinnen. Hans Meyer würde mit Merk jedoch auch künftig bei allerbesten Leistungen in Gold und einem ganzen Fass voller Selbstkritik wohl kein Bier mehr trinken gehen. FANartisch meint: Wir schauen uns seine aktuelle Leistung dann mal noch genauer an. Aber für uns steht fest: Nach der Schiri-Glatze Colina, diesem italienischen Meister Propper mit den Adleraugen von Popeye und dem Fingerspitzengefühl von Gina Wild, ist kein Schiedsrichter dem Titel „Weltschiedsrichter“ mehr gerecht geworden. Ein Rückritt von Markus Merk wäre in der Tat, um es mit Dittsche zu sagen, eine „Weltidee“ gewesen…

BUCK LEBOWSKI


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