WM remixed #3

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Ronaldo tapst über den Platz wie Bruno, der Braunbär, reißt aber nix, erschreckt nichts und niemanden. Mit der Figur des alten Toni Polster zeigt er uns jetzt schon mal den Bewegungsradius, den Sergej Barbarez mit 66 Jahren haben wird. Es ist so leicht dieser Tage, Ronaldo McDonaldo (Danke, liebes Schandmännchen!) mit Häme zu übergießen. Während legendäre Spieler wie Paul Gascoigne einst ihr eigenes Denkmal selbst mit Parolen beschmierten, es nach allen Regeln der Kunst demolierten dekonstruierten, um sich die lausbübische Lebensfreude und die eigenen Wurzeln bloß nicht durch irgendeine Vorbildfunktion austreiben zu lassen, wird hier ein fußballerisches Vorbild an den Weltpranger gestellt. Aus allen, wirklich allen Ecken regnet es nach dem Kroatien-Spiel der Brasilianer Kommentare. So fühlt sich Regisseur Jan Bosse in Bochum zu Folgendem bemüßigt: „Als trauriger, dicker Clown wirkte Ronaldo wie ein groteskes Double seiner selbst.“ FANartisch meint: Wer den Clown nie hochgejubelt hat, kann ihn auch nicht fallen lassen. Den Respekt aber darf man vielleicht vor einem Trainer verlieren, der nicht genug Mumm hat, nach Leistung aufzustellen und sich mit ganz Brasilien anzulegen – vor Bruno alias „JJ1“, dem Braunbär, der uns und der BILD-Zeitung mit seinen Eskapaden diesen Sommer so viel Freude macht, und vor dem Menschen Ronaldo sicher nicht.

Und wer wüsste das besser als Maradona, der an seinen Argentiniern sichtlich Spaß hat, sich schon mal genüsslich zum 6-0-Kantersieg über die Serben und Nochmontenegriner eine Zigarre von Freund Fidel ansteckt. Wir sind gespannt, ob die bärenstarken (sic!) Argentinier das Niveau über das ganze Turnier halten können, wie gut es das Schicksal mit den Deutschen meint, ob wir eventuell schon im Viertelfinale den Tango tanzen müssen – und darauf, welchen Spieler Maradona demnächst um 30 Mille teurer macht, indem er sich in ihm wiedererkennt, ihn für seinen Nachfolger hält (und darauf, was er dafür von dem Spielerberater an Handgeld bekommt…).

Von Zirkusbären und Bärenstarken ist es nur ein Tatzensprung zum dummen August, dem Jammerlappen, der für den Spott eigentlich nicht zu sorgen bräuchte. Macht er aber selbst noch nach einer 0-4-Niederlage. So geben die Ukrainer nicht etwa Rasen, Wetter, Anstoßzeit, Schnürsenkeln oder gar Bruno die Schuld, dass sie von Spanien so derbe einen auf die Bärenmütze bekommen haben, sondern den quakenden Fröschen neben dem Mannschaftshotel. Wladislaw Waschtschuk klagt, dass die Mannschaft in der Nacht vor dem Spiel keine Ruhe gefunden habe. FANartisch geht just ein Licht auf: Jetzt wissen wir endlich, warum er die Rote Karte gesehen hat, der Wladislaw – und warum die Spanier den ukrainischen Tanzbär am Nasenring durch die Arena geführt haben….

BUCK BEER BEAR LEBOWSKI


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