Niemand hat die Absicht, einen Freistoß zu schießen
Halt! Stopp! Alles stehen bleiben! Keine Bewegung – bloß nicht den Trick zerstören: Bitte nicht rauslaufen. Auch Hochspringen ist nicht angesagt. Die Mauer muss stehen bleiben…
Halt! Stopp! Alles stehen bleiben! Keine Bewegung – bloß nicht den Trick zerstören: Bitte nicht rauslaufen. Auch Hochspringen ist nicht angesagt. Die Mauer muss stehen bleiben…
„Kurven“ by Fernando Torres (Tor gegen Villarreal, Spanien 2015), Solo auf Gold-Fehler (Perpetuum mobile, Installation), Dauerausstellung in der Kirche der menschlichen Fehler (Iglesia de error humano), Madrid
„Während sich das Opfer von Verteidiger auch nach seiner tollen Rettungsgrätsche ins Nichts gleich an Ort und Stelle im großen Fußball-Nirwana gehackt legen kann und seine Fehler Paroli laufen lassen, beim Chillen nach dem K.O. kann ja auch nix mehr anbrennen, feiert Fernando Torres die Geburt seines neuesten Meisterwerkes in respektvoller Demut. Wo andere Stürmer sich noch über den Gegner lustig machen, ihn verarschen, reizen oder demütigen, schiebt Torres den Ball nach genüsslichem Umkurven einfach sicher ins Tor. Mit ‚Kurven‘ (‚Curving‘) zeigt sich Torres auf dem Höhepunkt seines Schaffens.“ (Tom S. Hunter, FANartisch)
Brutal antizipiert, brachial reingecurved: Das Volley-Tor von James Rodríguez ist eine BrachialBombe mit Schnitt, Wumms, Kurven und Charakter. Ein James-Tor, das volley nicht mit viel mehr Pfiff und Aha-Effekt zu machen ist, handlungsschneller geht auch nicht – da wird jeder schrullig-verträumte Abwehr-Kopfball in die Mitte sofort mit maximaler Urgewalt bestraft, das ist nach dem verpeilten Kopfquerschläger (nicht zu verwechseln mit Querkopfschlägern) dann nicht mehr zu verteidigen, geschweige denn zu halten für den Torwart von Almeria, der vermutlich von der Flugbahn des Balles immer noch schlimme Träume hat und nachts schweißgebadet aufwacht und „Maria, Maria!“ und „James, James!“ und „Jesus, Jesus!“ brüllt, als stünde sein Bett in Flammen. Real Madrid hat einfach eine brutale individuelle Qualität, um mal in der Tonalität zu bleiben…
„JuckelDiDuckel“, Claudio Beauvue (Tor gegen Caen für Guingamp, Frankreich 2015), GrubenBogenLampe auf verunglückte PferdeFlanke (PoetrySlamBam), CalabresePoppeseGallery, Neapel und Paris (Wanderausstellung „FlankenGottKompott“)
Erste Boah-Töne:
„Erst juckt’s im Fuß, dann im Schritt – das ist nicht mehr mein Fußball“ (Salvatore Dalli-Klick, Oberhausen)
„Lass jucken, Kumpel! Genau mein Humor…“ (Schizzotore Dalli-Klick, Oberhausen)
„Da hat er Glück, pures Glück. Das ist keine Kunst.“ (Äffan Stäffenberg, Wanne-Eickel)
„Der Freistoß“, Andrea Pirlo (Freistoß-Tor gegen Torino, Stadtderby FC Turin vs. Juventus Turin 2:1, Italien 2015), Halbseide auf Vollaluminium (Klistier-Kunst), Juve Gallery of Black & White Stripes, Turin
Oh-Töne aus dem O(h)ff:
„Pirlo-Freistoß-Tore sind der Burner.“ (Carmen Geiss, arte)
„Ein Freistoß-Tor von Pirlo ist wie ein Geschenk Gottes. Fußball-Gottes (…), eine Offenbarung.“ (Roger Willemsen, Bravo Girl)
„Drall. Drive. Schnitt. Härte. Unterkante Latte. Drin. Die Ästhetik des Andrea Pirlo ist zeitlos, magisch.“ (Rooobert Geiss, monopol)