Pyrotechnik ist kein Verbrechen, sagen die Ultras Rapid im Block West demonstrativ jedem, der es hören will. Und zeigen es auch jedem, der es nicht sehen will… Dieses Video fasst die besten Szenen des Fan-Protestes gegen das nicht nur in Österreich viel diskutierte Pyro-Gesetz* brennend heiß zusammen. Beim SK Rapid Wien heißt es „Feuer frei!“ für Pyro, Bengalo und Co., plädiert wird auf breiter Fan-Front für ein kontrolliertes Abbrennen von Pyrotechnik. Damit „südländische Begeisterung“ in Wien kein Auslaufmodell wird…
SK Rapid Wien, Block West
Ultras Rapid gegen das Pyrogesetz
1 Video
*Ein Pyrotechnik-Verbot wurde vom Nationalrat Österreichs beschlossen, es gilt ab dem 01.01.2010 in allen österreichischen Stadien. In Deutschland ist jegliche Pyrotechnik in Fußball-Stadien verboten, aber auch hier gibt es die Diskussion, ob das kontrollierte Abbrennen von Feuerwerk im Rahmen einer Choreo nicht bei weitem ungefährlicher wäre als das illegale, das aktuell in deutschen Stadien gang und gäbe ist…
Aufstiegs-Alarm! Dem FC St. Pauli droht ausgerechnet im Jubiläumsjahr der totale Identitätsverlust mit dem Aufstieg in die Bundesliga. Die Rolle des freibeuterischen Underdogs, die man am Millerntor auf St. Pauli so gerne gehegt und gepflegt hat, weicht mehr und mehr dem Erfolg – und dem Kommerz. Fußballkultur und Kult gibt es demnächst in Hamburg wohl nur noch bei Altona 93, denn die Gentrifizierung des Stadtteils St. Pauli erfasst auch den Kiez-Club, der seinen treuesten Fans ein neues Stadion baut. 100 Jahre FC St. Pauli – der Mythos vom Banker neben dem Punk im Stadion gefriert in Zeiten kommerzieller Aufbruchstimmung zum Klischee, antizyklisch zur Bankenkrise macht St.Pauli-Marketing mehr Umsatz denn je. Gegen den modernen Fußball-Wind kommen auch Freibeuter nicht weit, besser lässt es sich mit vollen Segeln und Schatullen angreifen… Nie mehr 2. Liga! Gefeiert werden 100 Jahre FC St. Pauli aber trotzdem, das kann so ein bisschen Erfolg doch nicht verhindern, auch wenn sie dann wieder auf der Totenkopf-Matte stehen, die Erfolgsfans. Ein paar Videos mit Features und Portraits vom einst so sympathisch erfolglosen und dabei immer kreativen Kultclub haben wir hier schon mal zur Einstimmung auf die Aufstiegs-Feier mit Jubiläums-Gedöns rausgekramt. Party on, Pauli!
100 Jahre FC St. Pauli
Kiez-Club-Jubiläum am Hamburger Millerntor
Fußballkultur und Kommerz
5 Videos
Bei Fußball-Gewalt denkt man ja zunächst straight an Hooligans, Kategorie C, Straftäter Fußball-Gewalt, Landfriedensbruch und Co. Aber auch in Deutschland sind die Grenzen fließend, gibt es eine Gewaltenteilung der etwas anderen Art im Fußball. Auf der einen Seite ein Höchstmaß an Polizei, Kontrolle, Deeskalation, Überwachung, Schutz und Ordnung, aber auch Repression, Sippenhaft, Polizei-Wilkür. Auf der anderen Seite die Überwachten, Begleiteten, Abgeurteilten, die potenziellen Straftäter: Über-den-Zaun-Kletterer, Bengalo-Schmeißer, Pyromanen, erlebnisorientierte Problem-Fans, Krawallmacher, Kampftrinker, Gelegenheitsschläger. Auch Ultras im Fanblock sind keine homogene Masse Mensch ohne Rechte, die für den kleinsten gemeinsamen Nenner an Gehirn im Block immer mithaftet. Von den „normalen“ Fans ganz zu schweigen. Als in den 80er Jahren die rechte Szene immer mehr Fankurven unterwanderte, waren Fußball-Fans ja auch nicht alle über Nacht kollektiv zu Nazis geworden – im Gegenteil. In den allermeisten Stadien wehrte man sich gegen die politische Unterwanderung des Fußballs. Heute sind die Ultras mit ihrem ganz anderen Manifest die Medien-Darlings der Kurven. Versinkt der deutsche Fußball im Chaos? Sind Stadionverbote die allein seligmachende Antwort? Eine weitere Reportage von WDR sport inside versucht den Rundum-Panorama-Überblick quer durch fast alle Problemfelder – in zehn Minuten. Das würde man sich dann doch mal in der Länge eines Fußball-Spiels wünschen. Und in einer Tiefe, die den Graben im Berliner Olympiastadion wie eine Ackerfurche erscheinen lässt…
Fußball-Gewalt in Deutschland: Ultras, Randale, Stadionverbote
Eine Reportage von WDR sport inside
1 Video
16. März 2010 | Auswärtsspiel,News | Kommentare deaktiviert für Ultras Berlin: Hertha Harlekins (1 Video)
Jetzt stelln wa uns ma janz dumm … und erklären den Sensations-Boulevard-Journalisten noch mal ganz trennscharf den Unterschied zwischen Fans, Ultras und Hooligans im Fußball. Hier und jetze im Video. Aus aktuellem Anlass, und dann am besten gleich am Beispiel von Ultras aus Berlin, Hertha Harlekins etwa. Die Harlekins sind Ultras, keine Hooligans, und keine normalen Hertha-Fans, sondern einen Tick aktiver, fanatischer, extremer. Mehr ist mehr. Dafür weniger Fanartikel, ganz klar, nämlich gar keine. Aber wie gesagt: keine Hooligans, keine Gewalt, keine Randale. Mehr so Freiheit am Wochenende, ausleben der Emotionen. Im Berliner Olympiastadion bei Heimspielen von Hertha BSC. Die Harlekins immer dabei. Hertha auswärts? Nicht ohne Ultras, nicht ohne die Harlekins. Alles klar, liebe Journaille? Aber Vorsicht: Den letzten Satz der Reportage in dem Video bitte nicht wörtlich nehmen! Der Beitrag ist schon älteren Datums und nicht mehr ganz aktuell, also ohne Gewähr… Und jetzt: munter weitermachen mit der Berichterstattung. Sport frei!
Ultras Berlin: Hertha Harlekins
1 Video
15. März 2010 | Auswärtsspiel,News | Kommentare deaktiviert für Hertha vs. Nürnberg: Randale der Hertha Ultras im Berliner Olympiastadion (5 Videos)
Über Randale und Ausschreitungen in Berlin ist viel berichtet, geredet und geschrieben worden. Enttäuschung, Wut und Aggression brachen sich Bahn nach dem Last-Minute-1:2 gegen Nürnberg. Hertha-Fans / Hertha-Ultras / Hertha-Hooligans stürmten den Innenraum des Berliner Olympiastadions, Ordner zogen sich zurück, Spieler, Verantwortliche und Fernseh-Teams flüchteten in die Katakomben. Während ein Sturm auf den Platz, eine Pitch Invasion in den meisten Fällen etwas Positives ist und die Ordner die Fluchttore nach besonderen Erfolgen und Titeln öffnen, damit sich beim Feiern niemand verletzt, war der Platzsturm von Berlin der Höhepunkt der Negativ-Entwicklung bei Hertha BSC.
Viele hatten das Olympiastadion enttäuscht verlassen und sich mit Grausen abgewendet, viele Hertha-Fans und -Verantwortliche hatten nach dem Schlusspfiff Tränen in den Augen, viele reagierten in der Enttäuschung mit ohnmächtigem Sarkasmus und feuerten die platzstürmenden und randalierenden Fans / Ultras / Hooligans auch noch an, solidarisierten sich mit dem anarchischen Akt als Zeichen gegen den Abstieg, gegen den eigenen Verein, gegen die Spieler, gegen alles. Mit der Gesamtsituation unzufrieden. Enttäuschte Liebe, fanatische Identifikation auch mit der eigenen Rolle in dem ganzen Spiel, aus dem so leicht Ernst werden kann. Letzteren kriegt nun erst mal Hertha BSC massiv zu spüren, der DFB wird heftige Sanktionen verhängen von der Geldstrafe bis zur Platzsperre oder dem berühmten Geisterspiel. Der Berliner Sport-Club Hertha wird davon vielleicht einiges an die identifizierten Randalierer weitergeben, denen dann mehr Strafe droht als „nur“ das berüchtigte bundesweite Stadionverbot. Ein interessantes Fan-Interview zu den Ereignissen des Bundesliga-Spiels Hertha vs. Nürnberg gibt es hier zu lesen, ein paar Fan-Videos und Berichte hier noch mal zu sehen.
Bundesliga 2009/2010, 26. Spieltag, 13.03.2010
Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg 1:2 (1:0)
Olympiastadion Berlin, 57.800 Fans
Pitch-Invasion der Berlin Ultras
5 Videos