Wie das eigene Gesicht bei absoluten Anstrengungen aussieht, kann man in der Regel nicht sehen – und das will man vielleicht ja auch nicht. Oft ist es besser, wenn der Badezimmerspiegel gerade nicht genau gegenüber vom Toilettensitz platziert ist, und viele Menschen mögen auch den berühmten Spiegel über dem Bett nicht… Sportler sind oft hin- und hergerissen bei Video-Aufnahmen von Trainingseinheiten oder Wettkämpfen, wie hart, unmenschlich und verkrampft das alles in der Superzeitlupe aussehen kann, was sich unter Belastung im Gesicht des Athleten abspielt: Grimassen galore. (Okay, St. Pauli-Fans stehen eigentlich immer unter Strom…) Falten ziehen sich zusammen oder werden erst geboren, das Baby mit den bösen Augenbrauen bei den Simpsons und die Spielzeugkartoffel mit den zornigen Augenbrauen aus Toy Story kriegen von einem Moment auf den anderen massive Konkurrenz im Comedy-Sektor.
Laufschuh- und Marathon-Experte Adidas hat nun in einem Projekt das Angesicht des Marathons gefilmt: Die gesamte Strecke von 42,195 km dokumentiert in den Gesichtern von 15 Marathon-Läufern. Das Video oben gibt einen ersten Eindruck, wie das etwa beim Berlin-Marathon ausgesehen hat, wenn die Gesichter permanent mit Videokamera vor dem Kopf aufgenommen werden. Auch die Zuschauer an der Marathonstrecke hatten ihren Spaß an dem Video-Projekt – viele ältere und ganz, ganz junge Besucher konnten mit dem Stativ, mit dem die ultraleichte Kamera am Kopf der Marathon-Läufer befestigt wurde, nichts anfangen und mutmaßten darüber, was das wohl sein könnte. (Die berühmte Mohrrübe vor den Augen des Esels war es jedenfalls nicht…) In eindrucksvollen Bildern kann man nun die unterschiedlichen Phasen, die ein Marathonläufer auf der Extremstrecke durchläuft, mitverfolgen, vom höchsten Glücksgefühl bis zur tiefsten Erschöpfung.
Früher war alles besser? Auch fast alle Tore des Jahres (siehe Video) von anno damals? Was macht ein Tor des Monats zum Tor des Jahres bei der Sportschau der ARD? In Deutschland hatten lange Zeit Tore des Monats die besten Karten, wenn sie wunderschön für die deutsche Nationalmannschaft herausgeschossen wurden, am besten von Klaus Fischer (1977) per Fallrückzieher gegen die Schweiz erzielt oder von Günter Netzer (1973) UND Gerd Müller mit doppeltem Doppelpass und Hacke herausgespielt, von Rainer Bonhof (1978) per Freistoß gegen die CSSR humorlos unter die Latte geknallt. Von Karl-Heinz “Kalle” Rummenigge (1981) per Seitfallzieher gegen Finnland nach dem Prinzip “Leistung muss sich wieder lohnen” versenkt oder von – natürlich – Klaus Fischer (1982) gegen Frankreich – natürlich – mal wieder mit einem Fallrückzieher, ganz wichtiges Tor. Und noch wichtiger, weil der WM-Öffner 1990 in Italien für Weltmeister in spe Deutschland gegen Jugoslawien: Lothar Matthäus in seinem wohl besten Fußball-Jahr, auf dem Höhepunkt von Saft und Kraft (und vielleicht sogar Geist).
Bei der Wahl zum Tor des Jahres hatten auch die ganz wichtigen Tore des Monats für Fußball-Vereine die Ballrundung vorn – oder die wirklich allerschönsten, der großen Fußball-Kunst wegen. Etwa Hammer-Harald Nickel (1979) gegen Inter Mailand natürlich nicht mit einem Elfmeter aus dem Stand für Borussia Mönchengladbach, sondern per Volley-Fernschuss in unhaltbarer Perfektion an die Unterkante der Latte. Oder von Gladbachs linkem Flügelstürmer (also nicht link, sondern dänisch und linker Flügel) Ulrik le Fevre (1971) gegen Schalke Volley in die Maschen gewemmst, Tor des Monats Oktober. Und dann spielten ab den 80er Jahren auch die Amateure beim Tor des Monats der Sportschau eine Rolle, und neben den Profis dann sogar erstmals auch bei den Toren des Jahres (1983). Und dann die Bundesliga, immer wieder die höchste deutsche Spielklasse: Wirklich wichtige Derby-Tore mussten auch unglaublich und unfassbar sein, auch bei Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04 – wie das legendäre Tor von Daniel Simmes (1984) gegen Schalke per Sololauf über den gesamten Fußballplatz.
Ab Ende der 80er wurden Tore gegen den FC Bayern en vogue als Tore des Monats, wenn sie so einzigartig geschossen wurden wie von Schwabenpfeil Jürgen Klinsmann (1987) per Fallrückzieher-Tor aus jenem deutschen Fußball-Märchen, wo junge blonde Bäckersöhne auszogen, die großen Bayern das Fürchten zu lehren und in der Bundesliga die ganz großen Brötchen zu backen. Für Bayern gab’s auch Tore des Jahres, Kobra Jürgen Wegmann (1988) per Seitfallzieher-Scherenschlag, Klaus Augenthaler (1989) per UFO-Tor und dem bis dahin weitesten Weitschuss-Tor unter allen Toren des Monats. Lothar Matthäus (1992) gegen Leverkusen, volley. Und dann als außergewöhnlicher Höhepunkt mal wieder ein Tor gegen Bayern, J.J. Okocha (1993) gegen Oliver Kahn und die ganze Bayern-Abwehr, DAS Okocha-Tor des Jahres für Eintracht Frankfurt, der legendäre Dribbel-Klassiker der Neuzeit. Bernd Schuster (1994), der per Weitschuss gegen Frankfurt zwar nicht den Augenthaler-Rekord knackt, aber hallo… Was ein Tor des Monats zum Tor des Jahres macht bei der Sportschau? Nach dem Video mit allen Toren des Jahres von 1971 bis 1995 haben wir die Formel raus. Theoretisch…
Wie Tore des Monats Tore des Jahres werden…
ARD-Sportschau: Alle Tore des Jahres von 1971 – 1995
1 Video
Der BVB 09 in der Meistersaison 2011 – der Bundesliga-Rückblick für Borussia Dortmund liefert BVB-Tore und BVB-Highlights in einer Phase, in der die Dortmunder Tore und Highlights etwas vermissen lassen bzw. von anderen Fußball-Teams hinnehmen müssen. Zur Ideen-Krise kommen Verletzungen, zu fehlendem Glück kommt auch noch Pech dazu. Doch die Fans von Borussia Dortmund können sich mit einem Blick auf die jüngste Vergangenheit aufrichten und sich immer mal wieder kneifen, wie perfekt die Bundesliga-Saison 2010/2011 gelaufen ist, bei allen Widrigkeiten. Für den BVB eine unvergessliche Meistersaison 2011 mit vielen unvergesslichen Momenten, die in diesen Videos hier in der Zusammenfassung wieder aufleben, auch wenn ein ganz besonderer Bundesliga-Rückblick, die von WDR sport inside zusammengefasste Chronologie der Meistersaison 2011 von Borussia Dortmund hier nicht eingebettet, sondern nur verlinkt werden kann. Mit den beiden anderen Videos zum BVB09 in seiner überraschendsten und besten Bundesliga-Saison aller Meisterschaftssaisons kann man aber auch nachvollziehen, was an den Götze-Toren so besonders war, was an Kagawa-Toren noch gefehlt hat, warum Barrios-Tore auch nicht viel glücklicher gemacht haben als Großkreutz-Tore, wie Roman Weidenfeller zum arabischen Interview-Gott wurde und Neven Subotic zum Dortmunder Feierbiest, wie Kevin Großkreutz Haare und Verfassung verlor, warum Jürgen Klopp biergeduscht auch keinen Zugriff auf die Meisterschale bekam undsoweiter. BVB-Fans werden noch mal die Welle machen…
Ja, Wahnsinn, ein Bundesliga-Saisonrückblick von Borussia Mönchengladbach, in Zeiten, in denen die aktuelle Bundesliga-Saison gerade die erste Trainerentlassung erlebt hat. Tut das not? Klar, denn dieses liebevoll zusammengeschnittene Video vom Gladbacher Saisonrückblick hat noch viel zu wenig Clicks und nötigt selbst Effzeh-Fans Respekt ab, zeigt es doch eindrucksvoll die wichtigsten Stationen, Tore und Highlights der Gladbach-Rettung in der Bundesliga. Nicht unbedingt ein Video für Bochum-Fans, doch die Relegation mit Happy End für Borussia Mönchengladbach macht nur einen Teil des charmanten Wahnsinns aus, der entsteht, wenn Totgesagte nicht nur länger leben, sondern auch geiler Fußball spielen und ihre Fans in den Gefühlstaumel stürzen, der Fußball so e-m-o-t-i-o-n-a-l macht. Völlig Unbekannte liegen sich in den Armen, Freudentränen in den Augen, die Bengalos glühen, der Funke ist mehr als übergesprungen. Der Borussia-Mönchengladbach-Saisonrückblick – mit einem Marco Reus, der irgendwann einmal, dereinst, auch die deutsche Nationalelf rocken darf, wenn er von Verletzungen verschont bleibt. Die schönsten Reus-Tore und der finale Rettungsschuss gegen Bochum dürfen nicht fehlen…
Bundesliga 2010/2011: VfL Borussia Mönchengladbach – Saisonrückblick
Gladbach-Highlights, Gladbach-Tore, Gladbach-Wahnsinn.
The Great Escape, cut & mastered by PimpPanse
1 Video + Back-up
Muss man den Beckenbauer-Film “Libero” eigentlich gesehen haben? Fußballfilme gibt es zwar nicht wie Sand am Meer, und gute Fußballfilme schon gar nicht, aber die Branche und ihre Aficionados versuchen es doch immer wieder. Früher war alles besser? Beleibe nicht… Die Geschichte der Verfilmungen über Fußball ist eine Geschichte voller Missverständnisse, ganz egal, ob dabei Schauspieler Fußballer spielen sollen oder Fußballer schauspielern, was nicht selten noch schlimmer rüberkommt, wenn gesprochener Text den Mund verlässt. Franz Beckenbauer, der Libero, soll mit dem als Fußball-Drama reißerisch verkauften Beckenbauer-Film “Libero” von 1973 nach Betrachten des Werkes nicht so hundertprozentig zufrieden gewesen sein. Er ist halt nicht nur kritisch, sondern auch sehr selbstkritisch, der Kaiser Franz.
Ein kleiner Blick hinter die Kulissen des FC Bayern mit Trainings- und Spielszenen und ganz viel großem aufgeblasenem Drumherum mit menschlichen Dramen zwischen dem Libero als Beruf und Berufung und dem Privatleben eines Profifußballers. “Die ständige Hetzjagd von einem Spiel zum nächsten – so sieht es aus, das Leben eines gefeierten Fußballspielers…” Und dann die mehrdimensionale Frage: “Hat ein Fußballer auch ein Privatleben? Oder rennt er immer nur dem runden Leder nach?” Der Fußballfilm mit Franz Beckenbauer, Günter Netzer, Sepp Maier, Gerd Müller und dem Blondschopf von Uli Hoeneß und beruhigenden Worten von Udo Lattek irrlichtert so lange durchs Fußball-Klischee, bis es humorvoll bricht. Aber eher unfreiwillig komisch… “Kennen Sie Franz Beckenbauer?”, fragt der Trailer zum Beckenbauer-Film im Video oben. Aber nein, schließlich ist man ja nicht seine Sekretärin. “Entschuldigen Sie, Herr Beckenbauer, darf ich Ihnen Fräulein Winter vorstellen!?” – “Libero, ein Film über einen harten, gnadenlosen und doch herrlichen Job…” Schaun mer mal!
Fußballfilme: Beckenbauer-Film “Libero”
Franz Beckenbauer als Libero … und Mensch.
1 Video (Trailer)