6. April 2006 |
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Vor 100 Jahren |
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Ich träume wirr, bin auf einmal in einer engen Straße, durch die sich ein Demonstrationszug mit schreienden, skandierenden und wütend aussehenden Fahnenschwenkern und Transparenthaltern wälzt. Ich will nur weg, werde allerdings in einer Seitengasse von der Polizei gestellt und mit Gewalt zurück in die Menschenmasse befördert, von der ich mich schon einige Meter distanziert hatte…
Zu allem Überfluss bemerke ich in panischem Unmut und unfreier Wut, dass es sich um die Demonstration von einer ganz besonderen Initiative handelt: Der Zug besteht aus lauter Hooligans, die für ihr Recht demonstrieren, sich gegenseitig gepflegt auf die Fußballfressen zu hauen. Die wutverzerrten Bulldoggengesichter nehmen mich festgeschlossen in ihre Reihen auf – schwitzend und hart kämpfend versuche ich, mich zu befreien: vergeblich.
Ich gehöre längst hierhin, fahre mir mit der Hand unsicher über den kahlrasierten Kopf und lasse meine Hosenträger schnalzen, bevor ich von einem Wasserwerfer so hart auf die Brust getroffen werde, dass ich endlich, völlig befreit, zehn Meter durch die Luft fliege und den Asphalt küsse. Klatsch. Nass wache ich auf.
BJÖRN SIMON
20. März 2006 |
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Die Fahne weht, der Ball zappelt im Netz, Muddi macht es sich bequem…
Was für eine Idee, was für eine graphische Umsetzung, was für eine Aktion! Eine richtige „FUSSBALL-RELAX-AKTION“ mit allem Zip und Zap, Wohltat für Fuß, Ball und Bandscheibe. Die „Relaxing Concepts“ der Firma ELANO scheinen aufzugehen. Der Prospekt des Möbelhauses UNI-Polster macht es deutlich: Die Frauen werden bei der FIFA WM 2006™ wohl die einzigen Gewinner sein. Während Ette auf der Jagd nach WM-Tickets eine Enttäuschung nach der anderen erlebt, relaxt Frauchen schon mal ein wenig. Während er frustriert die deutsche Abwehr verflucht, Tüte um Tüte Chips in sich hineinstopfend, Kette rauchend und fassweise den Bierbauch weitend, heißt es für sie nur Füße hoch, relax! Träumen von vor der WM und nach der WM. Was für ein Lifestyle! FANartisch vermutet: Irgendwie müssen Klinsmanns Jungs von der FUSSBALL-RELAX-AKTION also Wind bekommen haben, bevor sie zum Länderspiel nach Italien aufbrachen. Aber richtig verstanden haben sie das Ganze dann wohl eher nicht…
BUCK LEBOWSKI
10. März 2006 |
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Auswärts. Selbst Goethe würde da jetzt nicht mehr hinfahren. Da bekommt es der deutsche fußball – und ja, den „deutschen fußball“ kann man nun getrost auch klein schreiben – binnen weniger Tage bekommt es also der deutsche fußball auswärts vor allem geballt mit Italien zu tun. Besser gesagt mit „Bella Italia“, denn für die deutschen Teams gab es da nun mal gar nix zu holen, niente, angefangen bei Klinsmanns National-“Mannschaft“ über Tim Wieses Bremer und die Titanen des FC Bayern bis hin zu Slomkas Schalkern. Und dann muss er sich von Palermo bis Mailand (und natürlich auch Bukarest – „Hauptsache Italien!“) abwatschen lassen, der deutsche fußball, und nun ist guter Rat teuer.
Ist unsere Liga zu schwach und warum? Wo sind all die Talente hin, warum zeigen sich die wenigen, die wir haben, nicht auf dem Platz? Warum haben wir keine guten Legionäre mehr in anderen Ligen, dafür immer mehr und immer mittelmäßigere ausländische Spieler in der Bundesliga? Warum hält jemand wie Tim Wiese erst wie ein Weltmeister, um uns Minuten später für die Galerie den eingesprungenen Pink Panther mit Schnickschnackrolle und Schmalztolle zu geben? Beißt Kahn demnächst gegnerische Spieler nach verschossenem Elfmeter direkt in den Hals? Sind das noch Symptome oder ist das schon die Pandemie? Welche Möglichkeiten haben wir jetzt noch vor der WM, das Ruder rumzureißen? Ismael eindeutschen? Zu elfmeterträchtig. Klinsmann ein Hotelzimmer in Deutschland mieten? Zu unrealistisch. Gefragt sind pragmatische Lösungen!
FANartisch hat eine: Wenn man Angst hat, dass Cordoba diesmal zu Besuch kommt, ungebetener Gast bei völlig verunsicherten Freunden, sollte man vorbeugen. Fusion ist das Zauberwort! Warum helfen uns unsere österreichischen Freunde nicht mit dem ein oder anderen Abwehrspieler aus? Ausgebuffte Innenverteidiger, knallharte Abräumer, kompromisslose Defensivstrategen für die deutsche Nationalmannschaft! Im Gegenzug dürft Ihr dann auch dabei sein, liebe Österreicher! So wie früher…
BUCK LEBOWSKI
PS: Für die Zukunft bleibt uns dann vor allem die Chance auf eine Multikulti-Nationalelf nach französischem Vorbild. Du bist Deutschland, also: Wo bist du, mein Sonnenlicht?
23. Februar 2006 |
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Obwohl Vogelgrippe bislang in Großbritannien nur bei importierten Vögeln in einer Quarantänestation entdeckt worden ist, dürfen nun die Raben im Tower von London zur Sicherheit nicht mehr ins Freie. FANartisch meint: recht so! Der Legende nach hängt nämlich das Schicksal des gesamten britischen Königreichs vom Wohlergehen der Raben ab – wir drücken dann mal die Daumen und wünschen den krächzenden Schwarzbuckeln beste Gesundheit! Denn ganz im Ernst: Wir wollen uns doch nicht die jämmerliche Ausrede von der Vogelgrippe und den Raben anhören, wenn David Beckham den nächsten Elfer bei der WM mal wieder mit Nähmaschine im Oberschenkel über den Torgiebel zittert.
BUCK LEBOWSKI
21. Februar 2006 |
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Kommentare deaktiviert für Klinsman’s UniverSAl Lexikon #8 – FAHNENHERSTELLER, THE
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Eine Fahnenfabrik müsste man haben, 2006! Oder zumindest ein paar Aktienpakete, denn die Branche boomt. Selbst die Nationalflaggen von Dänemark und Norwegen verkaufen sich wie geschnitten Brot, und dabei sind beide Teams nicht einmal bei der FIFA WM 2006™ am Start… Ob Afrika-Cup, flammende Toleranz-Demo, feurige Gegendemonstration, olympische Winterspiele oder die WM zu Gast bei Freunden, der Bedarf nach Synthetischem und Halbseidenem zum Schwenken (Jubel, Trotz, Stolz, Freude, Alkohol), Einwickeln (Stolz, Konservierung, deutscher Sommer, Alkohol), Hissen (Stolz, Freude, Schrebergarten, Staatsempfang) und Verbrennen (Informationsnotstand, Karikaturen, Aggression, Wut, Intoleranz, deutscher Sommer) qualmt gewaltig – bis das Fähnlein der Hersteller wieder auf Halbmast weht, müssten weltweit schon die Staatsbegräbnisse abgeschafft werden. Und Mondlandungen. Und der FC St. Pauli. Und die DDR. Okay, schlechte Beispiele, aber selbst wenn der Jürgen schon nach der Vorrunde die Segel streichen müsste, selbst wenn MV geht: Die Fahne bleibt!