Fußballer des Jahres 2008? Cristiano Ronaldo. Lyriker des Jahres 2008? Oliver Kahn! Schon mit der Moderation von „Lesen!“ konnte Kahn punkten, die „Sendung mit den Büchern“ war nie besser. Klaus Kleber und Gundula Gause vom ZDF überraschte der Torwart-Titan im Ruhestand nun im Jahresrückblick von Switch reloaded mit dem wunderschönen Gedicht „Der Pfosten“. Kahn rezitierte im „heute journal“ völlig frei aus seinem Gedichtzyklus:
Der Pfosten
Ich steh am Pfosten
Der Pfosten ist weiß
Der Pfosten ragt in den Himmel
Endlos
Endlos
Mein Freund
Mein Feind
Der Pfosten
Doch wende ich mich ab vom Pfosten
Ist da noch ein Pfosten
Oliver Kahn: Der Pfosten
Switch reloaded, Jahresrückblick 2008
(bei „Menschen“ 2008, ZDF)
1 Gedicht-Video
„Schwarz auf Weiß“ ist das kleine, aber feine Satire-Fenster innerhalb der Real-Satire der sonntäglichen DSF-Bierrunde „Doppelpass“, bekannt als Fußballstammtisch mit Phrasenschwein. Und natürlich mit Udo Lattek. „Schwarz auf Weiß“ ist ein satirischer Wochenrückblick, der immer dann am besten ausfällt, wenn es unter der Woche in der Welt des Fußballs mächtig gescheppert und im Blätterwald gerauscht hat — und wenn Thomas Gsella höchstpersönlich ihn zusammengeklöppelt hat. Vor und nach dem mehr als gehypten Bundesliga-Duell Bayern vs Hoffenheim in der Münchener Allianz Arena hat es mächtig gerauscht und gescheppert: Pressekonferenzen, Interviews, Sprüche satt. Außenseiter-Bohei, Schwarz-Weiß-Malerei. Gute Gewinner und schlechte Verlierer, schlechte Gewinner und gute Verlierer. Hoeneß gegen Rangnick. Rangnick gegen Hoeneß. Aus der Distanz kann man der überstilisierten David-gegen-Goliath-Konstellation des modernen Fußball-Testaments nun noch mal die wirklich heiteren Seiten abgewinnen.* Schwarz auf Weiß…
Schwarz auf Weiß: Bayern gegen Hoffenheim, Hoeneß vs Rangnick
DSF Doppelpass, 14.12.2008
1 Video
*Vor allem, wenn „David“ statt einer Steinschleuder die Taschen voller Geld hat und „etwas aufrüsten“ kann…
Hoffenheim Herbstmeister? Für Tipper, Zocker und Wetter vor der Bundesliga-Saison 2008/2009 ein platter Witz vom Lande, in den Online-Wetten der Wettbüros ein Ding der Unmöglichkeit mit haushohen Quoten. Nun ist Hoffenheim Herbstmeister, grüßt an Weihnachten als strahlend blauer Stern von der Tannenbaumspitze. Gut, die rote Christbaumkugel des FC Bayern hängt nur wegen des schlechteren Torverhältnisses auf dem 2. Platz knapp unter der Spitze. Aber das muss ein Trainer erst mal schaffen, mit dem FC Bayern nicht Meister zu werden bzw. eben nicht auf Platz 1 zu stehen. Aber noch ist das Schreckensszenario für die Bayern weit weg, auch in München wird erst mal besinnlich Weihnachten gefeiert. Was allerdings passiert, wenn Hoffenheim Meister wird? Mit der Besinnlichkeit wäre es auf einen Schlag vorbei, die heile Welt wäre zerstört, auf den Kopf gestellt. Anarchie. Aber es wäre doch kein Weltuntergang… Oder? Wir schauen mal in die Wettervorhersage von Nostradamus TV…
Die Horror-Vision des FC Bayern München:
Der Tag, an dem Hoffenheim Meister wird
Wetter-Vorhersage von Nostradamus TV
1 Video (Zerstörung der Allianz Arena, Kino-Trailer
zum Film: Der Tag, an dem die Erde stillstand)
Fans, Ultras, Hooligans. Alle in einen Sack. Knüppel aus dem oder auf den Sack? Schwer zu sagen im Modernen Fußball mit moderner Medienberichterstattung. Problembären sind da leichter zu fassen als Problemfans. „Sogenannte Fans“. Wo fängt der sogenannte an und hört der normale Fan auf. Oder wann hört der normale Fan auf, sich der Willkür auszusetzen, dass andere vor Ort entscheiden, wo seine Kategorie beginnt und seine Rechte aufhören? „Mutmaßliche Hooligans“. „Vermeintlich Gewaltbereite“. Hooltras, Suptras, Kuttenfans. Polizei-Experten müssen die Lage richtig einschätzen, die Situation rund um die Fußball-Stadien von der Bundesliga bis zur Regionalliga im Griff haben. Fanbus, Ultra-Sonderzug, Hooligan-Express. Wenn „die“ Polizei mit ihrer Einschätzung nicht immer richtig liegen kann, können es „die“ Medien erst recht nicht. Macht der Moderne Fußball alles so unendlich kompliziert? War früher alles besser? Wurde mehr totgeschwiegen als heute? Sitzplatz-Opas, Megaphon-Macker, Kaschmir-Hooligans. Es ist leichter vorherzusagen, in welchem Stadion es die beste Bratwurst gibt, als alle Strömungen der Fußball-Fanszene richtig einzuschätzen. Wie man am Beispiel der präventiven Festnahmen von Frankfurt-Fans durch die Bremer Polizei vor dem Bundesliga-Spiel Werder Bremen vs Eintracht Frankfurt am 15. Spieltag sehen kann…
Interessant in diesem Zusammenhang auch diese Vorgeschichte
Was Deutschlands größte Boulevard-Zeitung daraus machen würde, war zu erwarten und findet sich deshalb auch erwartungsgemäß beim Bildblog wieder: Zwei Kessel Buntes
Abschied ist ein schweres Schaf. Karneval ist Karneval. Renten sind sicher. Manni Breuckmann war Radio. Jahrzehntelang prägte Mannis Stimme Radio im WDR mit allem Quatsch, der Radio so interessant machen kann. Inklusive Fußball. Ganz besonders inklusive Fußball. Bundesliga-Konferenz im Radio ohne Manni Breuckmann? Da kann man sich die Schaltung in dem Wort Konferenzschaltung besser gleich sparen. Ausschaltung. Der Fernseher hat gewonnen. Manni gegen den Rest der Welt auch oft. Tippen? Keiner tippte überheblicher auf Schalke, keiner redete mehr Tacheles bei seiner kleinen Tipprunde „Manni gegen den Rest der Welt“, die vielen so sehr ans Herz gewachsen ist, dass sämtliche Absetzungspläne des WDR scheiterten. Nun grüßt Manni den Rest der Welt vom Altenteil, geht in Rente, hängt das Radio-Mikro an den Nagel, Schlusspfiff. Ärgert ab und zu noch Udo Lattek und Uli Hoeneß beim Doppelpass im DSF, plant eine Karriere als Stadionsprecher bei seinem FC Schalke, feiert Karneval jetzt privat, ohne Kameras, ohne WDR. FANartisch sagt: Tschö, Manni gegen den Rest der Welt!
Zapp (NDR): Nie mehr Radio — Manni Breuckmann zum Abschied
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