22. März 2006 | Le Pissoir,News,Vor 100 Jahren | Kommentare deaktiviert für TESTOSTERON

TESTOSTERON

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Früher, als alle Engländer noch Hooligans waren und Lady Di noch lebte, feierte die Forschung noch bahnbrechende Erkenntnisse. Nick Neave, Wissenschaftler der Uni Newcastle, hat einst anhand von Speichelproben festgestellt, dass die Testosteron-Konzentration von Profi-Fußballern bei Heimspielen um rund 30 Pictogramm höher ist als bei Auswärtsspielen. „Wie andere Tiere, die ihr Revier bewachen, sind Fußballer aktiver und selbstsicherer, wenn sie von auswärtigen Gruppen bedroht werden“, versuchte sich der fleißige Testosteron-Forscher an der Formulierung einer Erklärung, die auch von Berti Vogts hätte stammen können. „Wie andere Tiere“ – was will er denn damit gemeint haben? „Auswärtige Gruppen“ – wer soll das denn sein? Die Hunnen? Das Auswärtige Amt? Der CIA? Die Bayern? Selbst wenn der gute Nick Neave vor zukünftigen Statements mal das eine oder andere Newcastle Brown Ale weglassen sollte – FANartisch meint: Damit lassen sich vielleicht ja auch einige Fabelweltrekorde erklären, die von bärtigen DDR-Athletinnen bei Wettkämpfen vor heimischer Kulisse aufgestellt wurden…

BUCK LEBOWSKI

21. März 2006 | Kick,News | Kommentare deaktiviert für Der Tag, als ich dem Gladbach-Fan Oliver Neuville in den Briefkasten steckte

Der Tag, als ich dem Gladbach-Fan Oliver Neuville in den Briefkasten steckte

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Das war ein guter Tag, der Tag, als ich dem Gladbach-Fan Oliver Neuville in den Briefkasten steckte. Aber von vorn: Wir waren zusammen nach Gladbach gefahren, der HSV war zu Gast, und zum ersten Mal war ich bei dieser altbewährten Fahrgemeinschaft aus zwei Borussen und einem HSV-Fan dabei, die für dieses Spiel schon immer von Münster aus zusammen zum ollen but tollen Bökelberg gekachelt waren, so aus Tradition. Nun also Borussenpark, nun also ausgeglichenes Kräfteverhältnis, die beiden Gladbacher vorn, die beiden HSVer, die sich lange nicht gesehen hatten, hatten auch Fahrbier und sich viel Neues zu erzählen. Am Stadion dann spät, keine Chance mehr auf ein Treffen mit Freunden, die lieber gepflegt neben Hermann Rieger sitzen als sich in den Gästeblock stellen, aber immerhin schnell noch ein paar neue HSV-Fans der alten Schule kennen gelernt. Das Spiel endet 0-0, das Beste war noch die Fahrt, wie ich finde, der Schiedsrichter jedenfalls nicht.

In Münster erzählt mir dann einer von den beiden, die ich in Gladbach nicht mehr treffen konnte, dass sie Hermann Rieger, den guten alten Kultmasseur, getroffen hätten, hey super, und eine Dauerkarte gefunden. Achwas? Während der eine spontan dafür plädiert hatte – Teufel Alkohol! -, das Dingen zu zerschneiden, selber schuld, wer verliert schon seine Dauerkarte etc., setzte sich die Vernunft des anderen durch, der sich drum kümmerte und die Rückgabe der Dauerkarte später mit der Geschäftsstelle der Borussen klarmachte. Als er zum Fußballgucken in der Stammkneipe erscheint, klatscht er einen Brief der Borussen-Geschäftsstelle auf den Tresen, die sich bedankt hat – ganz im Gegensatz zu dem Vollpfosten von Dauerkartenloser selbst. Nettes Anschreiben, aber schon beim Öffnen des Briefs fällt einem Oliver Neuville entgegen, der olle Strauchdieb, Kinder- und Lauternschreck. Und Marcell Jansen, das aufstrebende Fohlen. Und Jeff Strasser, Mr. Ed, das singende Pferd. Und Kahé, Mr. Chancentod himself. Autogrammkarten. „Wer braucht so was?“, lautet die Frage. Ich auch nicht wirklich, aber ich kenn da ja jemanden, der mich gut nach Gladbach und noch viel besser zurückkutschiert hat, und überhaupt, bald ist Nikolaus. Und so kam es, dass ich dem Gladbach-Fan Oliver Neuville in den Briefkasten steckte, kommentarlos, ohne Absender, dafür mit kindischer Freude. Und – Nikolaus und Kindskopf, der ich nun mal bin – auch das Fohlen, Mr. Ed und den Chancentod. Merry Gladbach, Borusse!

TOM S. HUNTER

PS: Um Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen: Ich war es nicht, der Jürgen Klinsmann Oliver Neuville in den Briefkasten gesteckt hat…

20. März 2006 | Auswärtsspiel,Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für 1000 Werbe-Meisterwerke (WM) – #4 UNI-Polster/ELANO

1000 Werbe-Meisterwerke (WM) – #4 UNI-Polster/ELANO

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Die Fahne weht, der Ball zappelt im Netz, Muddi macht es sich bequem…

Was für eine Idee, was für eine graphische Umsetzung, was für eine Aktion! Eine richtige „FUSSBALL-RELAX-AKTION“ mit allem Zip und Zap, Wohltat für Fuß, Ball und Bandscheibe. Die „Relaxing Concepts“ der Firma ELANO scheinen aufzugehen. Der Prospekt des Möbelhauses UNI-Polster macht es deutlich: Die Frauen werden bei der FIFA WM 2006™ wohl die einzigen Gewinner sein. Während Ette auf der Jagd nach WM-Tickets eine Enttäuschung nach der anderen erlebt, relaxt Frauchen schon mal ein wenig. Während er frustriert die deutsche Abwehr verflucht, Tüte um Tüte Chips in sich hineinstopfend, Kette rauchend und fassweise den Bierbauch weitend, heißt es für sie nur Füße hoch, relax! Träumen von vor der WM und nach der WM. Was für ein Lifestyle! FANartisch vermutet: Irgendwie müssen Klinsmanns Jungs von der FUSSBALL-RELAX-AKTION also Wind bekommen haben, bevor sie zum Länderspiel nach Italien aufbrachen. Aber richtig verstanden haben sie das Ganze dann wohl eher nicht…

BUCK LEBOWSKI

13. März 2006 | News,Tipp | Kommentare deaktiviert für FUSSBALLHELDEN

FUSSBALLHELDEN

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 So sieht die halbe Seite der Fussballhelden von Brasilien 2002 aus, Ronaldo, Ronaldinho & Co gezeichnet von Marcos Guilherme

Wer kennt sie nicht, die Fußball-Sammelbilder von Panini, die sich seit Jahrzehnten so großer Beliebtheit erfreuen. Und wer hat nicht mindestens ein Album lang gesammelt wie ein Wahnsinniger, um das gute Stück auch wenigstens ganz voll zu kriegen, und sich auf dem Schulhof als Bildchen-Dealer für andere Süchtige verdingt (um im Tausch für die eigenen Doppelten endlich unerreichbare Strategen wie Hanne Weiner, Thomas Allofs, Günter Kutowski, Ronny Worm, Caspar Memering oder Jimmy Hartwig zu kriegen). Die geniale Idee, Nationalmannschaften als Sets künstlerisch wertvoller Sammelbilder zu zeichnen und von anderen Künstlern weltweit zeichnen zu lassen, kommt aus der Schweiz. Die etwas anderen Fussballhelden werden präsentiert von Ashi und Jerzovskaja. Hier kann ein Team schon mal aus Zombis (Frankreich 1986), Roboterpüppchen (Deutschland 1974), Kleinkindern (Argentinien 2006) oder Pfannkuchengesichtern (Elfenbeinküste 2006) bestehen, Trainer inklusive. FANartisch findet das: fantastisch! Es macht einfach einen Heidenspaß, sich allein schon im Internet durch die einzelnen Künstler und Teams zu klicken. Und noch besser: Im Shop kann man das Ganze als Buch erwerben – vollständig, mit allen Bildchen auf einmal drin, keins fehlt. Puh, nix mehr mit Schulhof…

TOM S. HUNTER

10. März 2006 | Auswärtsspiel,Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für AUSWÄRTSSPIEL

AUSWÄRTSSPIEL

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Auswärts. Selbst Goethe würde da jetzt nicht mehr hinfahren. Da bekommt es der deutsche fußball – und ja, den „deutschen fußball“ kann man nun getrost auch klein schreiben – binnen weniger Tage bekommt es also der deutsche fußball auswärts vor allem geballt mit Italien zu tun. Besser gesagt mit „Bella Italia“, denn für die deutschen Teams gab es da nun mal gar nix zu holen, niente, angefangen bei Klinsmanns National-“Mannschaft“ über Tim Wieses Bremer und die Titanen des FC Bayern bis hin zu Slomkas Schalkern. Und dann muss er sich von Palermo bis Mailand (und natürlich auch Bukarest – „Hauptsache Italien!“) abwatschen lassen, der deutsche fußball, und nun ist guter Rat teuer.

Ist unsere Liga zu schwach und warum? Wo sind all die Talente hin, warum zeigen sich die wenigen, die wir haben, nicht auf dem Platz? Warum haben wir keine guten Legionäre mehr in anderen Ligen, dafür immer mehr und immer mittelmäßigere ausländische Spieler in der Bundesliga? Warum hält jemand wie Tim Wiese erst wie ein Weltmeister, um uns Minuten später für die Galerie den eingesprungenen Pink Panther mit Schnickschnackrolle und Schmalztolle zu geben? Beißt Kahn demnächst gegnerische Spieler nach verschossenem Elfmeter direkt in den Hals? Sind das noch Symptome oder ist das schon die Pandemie? Welche Möglichkeiten haben wir jetzt noch vor der WM, das Ruder rumzureißen? Ismael eindeutschen? Zu elfmeterträchtig. Klinsmann ein Hotelzimmer in Deutschland mieten? Zu unrealistisch. Gefragt sind pragmatische Lösungen!

FANartisch hat eine: Wenn man Angst hat, dass Cordoba diesmal zu Besuch kommt, ungebetener Gast bei völlig verunsicherten Freunden, sollte man vorbeugen. Fusion ist das Zauberwort! Warum helfen uns unsere österreichischen Freunde nicht mit dem ein oder anderen Abwehrspieler aus? Ausgebuffte Innenverteidiger, knallharte Abräumer, kompromisslose Defensivstrategen für die deutsche Nationalmannschaft! Im Gegenzug dürft Ihr dann auch dabei sein, liebe Österreicher! So wie früher…

BUCK LEBOWSKI

PS: Für die Zukunft bleibt uns dann vor allem die Chance auf eine Multikulti-Nationalelf nach französischem Vorbild. Du bist Deutschland, also: Wo bist du, mein Sonnenlicht?

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