FANartisch: Le Pissoir

7. Mai 2012 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für Doppelte Elfmeter-Wiederholung: Schiedsrichter wiederholt gehaltenen Elfmeter zweimal (Video aus den USA)

Doppelte Elfmeter-Wiederholung: Schiedsrichter wiederholt gehaltenen Elfmeter zweimal (Video aus den USA)


Spektakuläres aus den USA: Washington musste im Major League Soccer mal wieder etwas aushalten, und zwar penibelstes Refereeing mit einer Regelauslegung beim Elfmeter vom Allergenauesten. Schon beim Elfmeterpfiff gegen D.C. United konnte man streiten, ob das überhaupt ein Elfmeter war. Als dann United-Keeper Hamid gegen die Portland Timbers den Elfmeter gehalten hatte, entschied der Schiedsrichter auf Winken seines Assistenten auf Wiederholung – der Torwart hatte sich gegenüber dem Elferschützen einen Vorteil verschafft, indem er sich zu früh bewegte und zudem die Torlinie verließ, um einen besseren Winkel zu haben. Auch den wiederholten Elfmeter hielt Hamid – wieder mit eben diesem Trick, den die meisten Torhüter im Fußball draufhaben, wenn sie auch nicht immer nach vorne springen. Und den die wenigsten Schiedsrichter so penibel und penetrant kleinlich zurückpfeifen, weil der Torwart beim Elfer eigentlich immer im Nachteil ist, egal was er macht. Und für die Washington-Fans von D.C. United sah es natürlich so aus, als ob der Referee so lange den Elfmeter wiederholen ließ, bis Portland ihn endlich verwandelte. Was den Timbers im dritten Anlauf dann auch gelang – mit einem anderen Schützen… FANartisch meint: Wohl dem, der seinen verschießenden Elfmeter-Schützen dann noch tauschen kann im dritten Versuch, aber in der Bundesliga wohl unvorstellbar. Man stelle sich vor, Arjen Robben hätte in Dortmund seinen Elfer für den FC Bayern so lange schießen dürfen, bis er Roman Weidenfeller überwunden hätte. So come to German Bundesliga, Elfmeterkiller Hamid! Fußball is much better than Soccer…

Neulich in den USA…
MLS: D.C. United vs. Portland Timbers
1 Video

4. Mai 2012 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für Italien: Trainer schlägt Spieler (Video: AC-Florenz-Trainer Delio Rossi schlägt und würgt Adem Ljajic)

Italien: Trainer schlägt Spieler (Video: AC-Florenz-Trainer Delio Rossi schlägt und würgt Adem Ljajic)


Hängen Schlagen und Würgen im Abstiegskampf, Italien, Serie A, AC Florenz vs. Novara Calcio: Trainer schlägt Spieler nach dessen Auswechslung! – Die meisten Fußball-Trainer stellen sich ja eher schützend vor ihre Spieler und verteidigen diese in der Öffentlichkeit, und wenn sie sie mal angreifen müssen, dann verbal hinter verschlossenen Türen, in der Kabine, beim Training. Oder schlimmstenfalls via Medien. Fiorentina-Trainer Delio Rossi schlägt Adem Ljajic beim wichtigen Spiel im Abstiegskampf gegen Novara nicht „nur“, sondern würgt den gerade ausgewechselten Spieler noch ein bisschen. Zwar hört Delio Rossi als Trainer in Italien nicht ohne Grund auf den Kampfnamen Popeye, doch diese Form der Spielerkritik mit Schlagen und Würgen des Sündenbocks ist selbst in der skandal- und krisengeschüttelten Serie A völlig neu und kostete Delio Rossi umgehend den Trainer-Job. Entlassung beim AC Florenz noch in der Pressekonferenz nach dem Match, das die Fiorentina am Ende noch 2:2 spielen konnte, und Sperre in der Serie A für 3 Monate – der Ex-Trainer von Florenz ist damit erst mal vom Markt. Direktes Dampfablassen am Spieler bringt also weder die erhoffte Befriedigung noch die rechte Entspannung, vom Renommee ganz zu schweigen. FANartisch weiß: Ist der Ruf erst ruiniert, ist dann auch dieser brutale Druck weg, dem moderne Fußball-Trainer heute ausgesetzt sind. Und Ausraster, Handgreiflichkeiten, Explosionen und Wutausbrüche nicht so moderner Übungsleiter und Team-Manager sind auch keine Lösung – auch wenn Delio Rossi kurzfristig mit seiner Attacke mehr Leistung aus seinen Spielern rausgekitzelt zu haben schien…

Italien, Serie A, 02.05.2012
AC Florenz vs. Novara Calcio 2:2
Trainer schlägt Spieler: Fiorentina-Coach Delio Rossi würgt und schlägt Adem Ljajic, bevor er entlassen wird…
3 Videos

Den ganzen Beitrag lesen »

2. Mai 2012 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für Grandioser scheitern

Grandioser scheitern


Mit fliegenden Hertha-Fahnen in den Untergang, Berlin taumelt sehenden Auges dem Abstieg aus der Bundesliga entgegen. Der Respekt vor Hertha BSC Berlin thront zusammen mit dem Manager-Gehabe eines Michael Preetz im Tabellenkeller der Bundesliga, als wäre Günter Wallraffs „Ganz unten“ nur ein Hilfsausdruck von einem negativen Superlativ. Selbst ein Trainer wie Markus Babbel lässt vor dem letzten Bundesligaspieltag mit dem Duell Hertha vs. Hoffenheim verlauten, dass er mit seinen Hoffenheimern alles daransetzen wird, Hertha zu schlagen und damit in die 2. Liga zu schicken, den Hertha-Abstieg im Berliner Olympiastadion höchstpersönlich zu besiegeln. Und nicht nur Hertha-Fans spekulieren darüber, womit sich die Berliner diese explizite Reaktion von Babbel denn nun wirklich verdient haben. Kann man grandioser scheitern als mit der Verpflichtung von König Otto Rehhagel? Dem 73-jährigen Erfinder des Fußballs und der kontrollierten Offensive, die der Europameister-Trainer in Griechenland sogar zur gesicherten Defensive mit 2 Vierer-Abwehrketten und 2 Liberos zurückentwickelte bis in die Fußball-Steinzeit, wo Weisheiten wie „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ noch Höhlenmalereien mit Strichmännchen waren…

Im fußballerischen Kreidezeitalter der Taktiktafel war der 1. FC Köln einst der erste Deutsche Meister der Bundesliga, woraus der kölsche Klüngel um den ersten Fußballclub Köln seinen Anspruch ableitet, als stolze Diva vom Rhein fortan mit immer utopischeren Saisonzielen und -träumereien immer grandioser zu scheitern, auch wenn Christoph Daum, die Alltime-Ikone der Kölner Erfolgshyperbel zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, bislang nur die Konkurrenz von Eintracht Frankfurt eigenhändig und -metaphorisch in den Abstieg führen durfte. Wer grandioser scheitern will, muss schließlich erst mal die Bundesliga-Konkurrenz bei der Misswahl um die Skandal-Diva der Liga ausschalten. Und auch in puncto Abstiegskampf macht der 1. FC Köln noch ein virileres und dramatischeres Bild als die Berliner Hertha, hat man sich doch eine rheinische Derby-Relegation in den von Führungslosigkeit und Querelen verwirrten Kopf gesetzt. Nur um Fortuna Düsseldorf in zwei Relegationsspielen die Aufstiegsträume zu zerstören, den Effzeh-Fans zum Ausklang der Kölner Katastrophen-Saison noch ein ganz besonderes Highlight zu bescheren, als kleines Dankeschön für die fanatische wie fantastische Treue. Während manche Bedenkenträger nur zu gern auf die Nervenbelastung solcher vermeintlicher Höhepunkte kölschen Fußballlebens verzichtet hätten, freuen sich viele auf eine Relegation 1. FC Köln vs. Fortuna Düsseldorf mit jener Leidenschaft, wie sie nur in Köln zu finden ist. Und vielleicht noch in Düsseldorf…

In Hamburg ist dagegen alles graue Theorie und Durchschnitt – wenn es um grandioses Scheitern geht, kann Hamburg nicht mitreden. Der Hamburger SV als Bundesliga-Dino rettet sich auf letzter Rille direkt ins Ziel, ins Minimalziel Klassenerhalt, der FC St. Pauli und der HSV wollen einfach keine Derby-Relegation hinkriegen, und selbst das Scheitern an dieser aufregenden Wunschkonstellation gerät beiden zum Mittelmaß. Unspektakulärer als der FC St. Pauli kann man nicht am Bundesliga-Aufstieg scheitern, die Paulianer ließen sich sogar noch von Paderborn die Bundesliga-Butter vom Graubrot nehmen, wenn die nicht schon Fortuna Düsseldorf punkrockigerweise in die Kiez-Frisi geschmiert hätte und die braun-weißen Aufstiegsträume am Nasenring durch die Manege führte. Selbst 1860 München hätte den spektakuläreren Endspurt zu bieten… Und das von Thorsten Fink und Frank Arnesen viel strapazierte Potenzial des Hamburger SV liegt im Spruch „Gutes Pferd springt knapp“, den man an der Elbe zwar mit der dritten Reihe des Chelsea FC bundesligauntauglich in „Schlechtes Pferd“ umwandelte, aber nicht mehr genug Zeit hatte für eben jenen Anspruch „Schlechtestes Pferd verweigert total“, mit dem es sich einfach grandioser scheitern ließe. Selbst das direkte Endspiel um den Klassenerhalt in Augsburg vermied der HSV vorzeitig, nahm diesem Nerven-Kracher jegliche Brisanz und „ersparte“ den HSV-Fans wieder mal jede Endspielstimmung. Und nach einem radikalen Borderline-Umbruch ohne viel Geld folgt nun der radikale Umbruch ohne Geld. Dabei auf den eigenen Nachwuchs aus Hamburg zu setzen, wäre aber wohl eine Nummer zu grandios…

BUCK LEBOWSKI
FANartisch-Experte für grandioses Scheitern
(Selbst-Interview vor dem Spiegel folgt, d.h. Interview mit sich selbst nach PR-Vorbild Michael Preetz)

28. April 2012 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für Sergio Ramos: Elfmeter-Verarsche in GIF, Bild, Video und Co. (Ramos-Elfmeter gegen Bayern, Gags + Witze)

Sergio Ramos: Elfmeter-Verarsche in GIF, Bild, Video und Co. (Ramos-Elfmeter gegen Bayern, Gags + Witze)


Fußball kann bestialisch grausam sein, und manchmal ist der Fußballgott ein Zyniker vor dem Herrn… Dass Sergio Ramos Elfmeter verschießen kann, ist an sich ja nichts Neues – wenn ein Elfmeter-Fehlschuss von Ramos allerdings auf diese Art und Weise ein Champions-League-Halbfinale gegen den FC Bayern entscheidet und Real Madrid ausscheidet, weil der spanische Nationalverteidiger den Ball gefühlte Kilometer weit übers Tor drischt, dann sind Spott und Häme (das Gegenteil von Neid und Missgunst, lieber Udo Lattek) angesagt. Auf die ganz kreative und böse Art in Videos, GIFs und Fotos, Bilder-Montagen im Internet, und via Youtube geht es am schnellsten einmal rund um den Fußball-Globus: Ramos‘ Elfmeter ist über erste Gags und Witze zum Computerspiel geworden, zum Photoshopwettbewerb, eine Herausforderung für Videodesigner jeglichen Alters, vom professionellen Pixelschubser über den Video-Amateur bis zum Schulkid mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, aber einem trockenen Humor. Und das nicht nur bei Barca-Fans (die ihr eigenes Elfmeter-Scheitern auf diese Weise verarbeiten). FANartisch hat ein paar der Parodie- und Satire-Versionen zusammengetragen, u.a. eine Zusammenfassung der Sergio-Ramos-Verarsche im Internet (Video 2) und eine Montage (Video 3), deren Protagonist eigentlich in einem anderen Fußball-Zusammenhang berühmt geworden ist: beim Abstieg von River Plate Buenos Aires flucht dieser argentinische Fan vor dem Fernseher wie ein Kesselflicker, wie er es wegen Real Madrid, dem FC Bayern und Sergio Ramos und dessen Versagen beim Elfmeterschießen wohl nie getan hätte. Doch für gute Gags und Witze und eine gelungene Verarsche verkaufen nicht wenige ja ihren eigenen Opa…

Sergio Ramos: Elfmeter-Verarsche in Pics, GIF-, Foto- + Bildmontagen und Video-Versionen
CL-Halbfinale, Real Madrid – FC Bayern München 1:3 nach Elfmeterschießen
Wie variantenreich Ramos den Elfmeter gegen Bayern immer wieder verschießt…
3 Videos

Den ganzen Beitrag lesen »

27. April 2012 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für 70-Meter-Tor in Schweden: Das Volley-Tor von Stefan Izhiazsiki gegen Örebro (1 Video)

70-Meter-Tor in Schweden: Das Volley-Tor von Stefan Izhiazsiki gegen Örebro (1 Video)


Von wegen langsame Reaktionszeiten in Schweden… Dieser „Befreiungssschlag“ vom Örebro-Torwart fliegt keineswegs mit „Never come back“-Airlines, denn er kommt zurück, und zwar postwendend: Stefan Izhiazsiki heißt der Torschütze, der den Volley-Lob auf die weite Reise ins Tor schickt. Das 70-Meter-Tor gegen Örebro SK ebnet IF Elfsborg am 5. Spieltag der schwedischen Allsvenskan-Liga den Weg zum Auswärtssieg. Elfsborg ist damit in der jungen Saison Tabellenführer in Schwedens höchster Spielklasse und schon mal das Team mit den spektakulärsten Toren. So einen Torwartfehler muss man erst mal so eiskalt ausnutzen wie Izhiazsiki bei seinem Tor, das im Video oben noch mal in epischer Breite vor Augen geführt wird. Und wieder mal zeigt, wie wichtig Handlungsschnelligkeit neben guter Technik doch ist, im modernen Fußball macht sie mehr denn je den Unterschied. Doch FANartisch weiß, was man noch haben muss: das berühmte Quentchen Glück. Jenen Dusel, den sich der Tüchtige erarbeiten muss, der aber nicht zu erzwingen ist. Mal fällt einem das Glück auf den Kopf, dann wieder bricht es einem fast den Fuß…

Neulich in Schweden: 70-Meter-Tor per Volley
Örebro SK vs. IF Elfsborg 0:2 (0:1)
Spektakuläres Weitschuss-Tor von Stefan Izhiazsiki gegen Örebro
1 Video

« Vorherige Artikel - Nächste Artikel »