12. Juni 2006 |
Kick,
News |
Kommentare deaktiviert für WM remixed #1
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Nikolaus gefrühstückt? Den Papst in der Tasche? Oranje kann die Farbe dieses Sommers werden…
Jajaha, der kleine Philipp Lahm kann der Spieler des Turniers werden – sagte kein Geringerer als Diego „Arm/Mano“ Maradona nach dem Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Costa Rica. Und wir sagen: Oranje kann die Farbe dieses Sommers werden! Und sind erstaunt, dass die Holländer so effektiv spielen können. Einen eiskalten Konter gesetzt, die Serben ansonsten clever eingebremst, wann immer es nötig wurde, die Schönspielerei keineswegs übertrieben – im Stile einer echten Turniermannschaft starten die Niederlande in die WM. Und das jugendlicher denn je.
Mit jugendlichem Elan startet auch Mexico ins Turnier, und das nicht nur, weil ausgerechnet der gute alte Borgetti sofort verletzt ausgewechselt werden musste. O Bravo, P Bravo – Bravo Mexico! Was die kleinen Mittelamerikaner da auch ohne ihren torgefährlichen Leader ablieferten, war aller Ehren wert. Genauso die Tschechen, nur weniger überraschend als vielmehr beeindruckend – das stärkste Mittelfeld dieser WM?!
Ganz sicher nicht der stärkste Abwehrspieler: Der Ghanaer Sammy Kuffour, der in aus Bayerntagen gewohnter Manier erst hätte vom Platz fliegen können, um dann – im Spiel geblieben – den Italienern und allen Profitippern mit routiniertem Rückpass das sichere 1-0 zu versauen: 2-0 für die Azurri, geradezu ein italienisches Torfestival – wer tippt denn so was? Vielleicht darf Sammy deshalb in der Serie A so selten mitspielen, weil er immer die ganzen abgesprochenen Ergebnisse durcheinanderbringt. Last but not least: Die stärksten Leergutsammler dieser Fußballweltmeisterschaft hat das Ruhrgebiet zu bieten, in Gelsenkirchen und Dortmund kommen da in PET-Flaschen pro Sammler beim beliebten Public Viewing vor der Großbildleinwand schon mal bis zu 1000 Euro Pfand zusammen – an einem Tag, versteht sich. Warum sich die öffentlichen Kassen bei dieser WM im eigenen Lande nicht über die Stadtreinigung sanieren? Wieder mal nen Trend verschlafen…
BUCK LEBOWSKI
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Liebe Hooligans, seid ihr es leid, immer in denselben Klamotten rumzulaufen? Und wieder sehen alle gleich aus, immer dieser Schlabberlook mit der bequemen Jogginghose? Die Polizei erkennt dich sofort und heftet dich weg, bevor der Spaß richtig losgeht? Und wenn man sich modisch abheben möchte, kneift’s im Schritt und die Kicks kommen nicht richtig aus der Hüfte? Das muss nicht sein! Chuck Norris trägt sie schon, ach was, er hat sie erfunden: die Hooligan-Hose, die Hose für den erlebnisorientierten Fan! Rennen und rennen lassen, treten und getreten werden – kein Problem mit diesem formschönen Meisterwerk aus echt männlichem Western-Denim. Damit kriegt jede Boxerei den richtigen Kick, so stylish habt ihr euch noch nie gerade gemacht! Und Chuck Norris schläft sogar darin! Das heißt, wenn er schlafen würde. Denn ihr wisst ja: Chuck Norris schläft nicht. Er wartet. Jetzt bestellen – nur solange der Vorrat reicht!
7. Juni 2006 |
Le Pissoir,
News,
Vor 100 Jahren |
Kommentare deaktiviert für Die linke und die rechte Klebe…
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Schon bei der Herstellung der beliebten Panini-Sammelbilder nehmen sich die Mitarbeiter viel Zeit (wie hier in der Qualitätssicherung)
Und dann war da noch NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke, der im Düsseldorfer Landtag von den Grünen dabei beobachtet wurde, wie er während einer Landtagsdebatte Panini-Bilder in sein Sammelalbum einklebte. Woraufhin die Abgeordnete Sylvia Löhrmann eine Kleine Anfrage startete und von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wissen wollte, ob er es respektiere, wenn ein Minister Fußballerbildchen einklebt, während im Parlament über eine Million arbeitslose Menschen debattiert wird. In ihrer Anfrage billigte Frau Löhrmann „Wesen männlichen Geschlechts“ in Zeiten von Fußballweltmeisterschaften immerhin „ungewöhnliche Verhaltensweisen“ zu. FANartisch meint auch: Pfui! Und: Skandal! Wie kann man für so etwas überhaupt eine Anfrage stellen, ganz egal ob klein oder groß, in Zeiten von Fußballweltmeisterschaften…
BUCK LEBOWSKI
Nachtrag: Weil das Medienecho so enorm war, hatte der Sprecher von Minister Wittke eine Menge zu erklären. Zum Beispiel, dass Wittke mit einem Parteifreund verabredet habe, für die Söhne der beiden Politiker doch doppelte Sammelbilder zu tauschen. Die Aktion habe nicht länger als zwei Minuten gedauert. Jahaaa, wenn das so ist… LAPALIE! Pech nur, dass der WDR das Ganze zufällig auf Film gebannt hatte und von „mindestens 15 Minuten“ spricht. Unfassbar! Dabei wissen wir doch alle, dass man sich mehr Zeit nehmen sollte, um die Bilder auch wirklich gerade und ordentlich einzukleben! Da wird Sohnemann aber meckern…
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Pressekonferenz, der DFB hat geladen, der Pressetross versammelt sich vollzählig vor Pressesprecher Harald Stenger und harrt der Dinge, die da kommen – und es ist, als wären Tip & Tap, die einzig wahren deutschen WM-Maskottchen, endlich wieder da, als wären sie nie weg gewesen, direkt von der WM 1974 reingebeamt, als Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger die Bühne betreten. Poldi ist „total locker“ und meint in seinem unnachahmlich harten Deutsch schlicht: „Wir müssen die Costa-Ricaner weghauen!“ Die Frisur von Schweinsteiger interessiert von Bravo Sport bis zum Deutschlandradio mehr als alles andere, wir erfahren, dass der Schweini beim Friseur war und sich mit der Bundeskanzlerin nicht etwa über Fußball und Frisuren unterhalten hat, sondern über die Einrichtung des Hotels (vielleicht ob die Teppichfarbe zu den Tapeten passt?)… Wir erfahren, dass der Lukas „zwei Heimaten“ hat, Deutschland und Polen (und nicht etwa Köln und Bergheim)…
Und auf die auf den Japan-Test anspielende Frage, ob Schweinsteiger zuletzt nicht zu beherzt in die Zweikämpfe gegangen ist, kommt selbstbewusst: „Ja und? Wie oft kriegen wir vorne auf die Socken? … Es gehört einfach dazu, wir werden auch getreten und stehen dann wieder auf, aber der ist dann nicht mehr aufgestanden…“ Es steckt so viel Schönheit in der Schlichtheit des Fußballs, und Schweinsteiger und Podolski, die beiden Fußballphilosophen haben das im Kern erkannt. So viel schlichte und ehrliche Freude am Sein wirkt ansteckend, die Journalisten aus aller Herren Länder sind begeistert.
Poldi und Schweini, Tip und Tap sind gut gelaunt durch, überlassen das Feld der Fragen Keeper Jens Lehmann, und Pressewart Stenger schickt Poldi noch ein väterliches „Mach’s gut, Junge!“ hinterher. Unser neuer Bomber bombt lieber als zu sprechen, lässt lieber Tore sprechen. Nichts kann mehr schief gehen, es ist alles wie 1974, nein, besser! Tip & Tap sind nie erwachsen geworden und s p i e l e n nun leibhaftig für Deutschland!
TOM S. HUNTER