„Ich weiß nicht, ob Felix Magath die Titanic gerettet hätte, aber die Überlebenden wären auf jeden Fall topfit gewesen“, sagte einst Jan-Aage Fjörtoft über seinen damaligen Eintracht-Trainer.
Wir wissen nicht, welchen Bundesligisten Lothar Matthäus dereinst nicht retten wird, aber die Überlebenden werden den Nachfolger mit Sicherheit polyglott begrüßen können…
19. Februar 2008 | Kick,Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für Bundesliga remixed #20
Toni, Toni, Toni – Bayern ist nicht tot(t)i, sondern toni. Was für ein Lebenszeichen der in letzter Zeit allzu phlegmatisch gewordenen Münchner, endlich mal wieder ein überlegener Sieg in der Bundesliga, und das sogar ohne Franck Ribery. Da ist so ein 3:0 doch wieder etwas Besonderes. Noch viel außergewöhnlicher allerdings für den HSV, der im sonntäglichen Synchronkicken stets mitzog, auch ohne den zentralen Rafael van der Vaart. Endlich wieder mal Bochum geschlagen, endlich wieder mal zu Null gespielt, endlich mal wieder mehr als ein, zwei Törchen geschossen – und dann auch noch zwei Treffer von „Tormaschine“ David Jarolim, in einem Spiel! Besser konnte die synchronisierte Einstimmung auf den Nord-Süd-Schlager, das direkte Duell des Tabellenführers gegen den -dritten am kommenden – richtig! – Sonntag, nicht laufen. Und Bayern ist dabei dann nicht nur Toni, wie Vincent Kompany im Interview verriet: „Bayern ist Favorit. Wir spielen da in dieser Arena da…“ Ah-ja…
Alles andere war eher die Kategorie: „Ich bin ein Fan – Hellmich hier raus!“ Zumindest in Duisburg, wo die Fans schon während des Spiels gegen den VfB Stuttgart die „Schnauze voll!“ haben und danach nur zu deprimiert über das glückliche Last-Minute-Tor der Gäste waren, um das überhaupt noch zu artikulieren… In Bielefeld haben sie ja schon länger die Schnauze voll, was aber nichts nutzt, denn der Frontzeck-Effekt hat das Schluss-Elend der Ära Middendorp nahtlos verlängert. Aber man musste nicht zu den Last-Minute-Losern gehören, um dieses Bundesliga-Wochenende bis Sonntagabend/2. HZ durchwachsen zu finden. Tristesse allerorten, sogar im durch den Glorienschein der Kanzlerin erstrahlten Osten. Einziger Lichtblick weit und breit: das packende 2:2 der tapfer anrennenden Karlsruher gegen die Festung René Adler. So sollte Bundesliga-Fußball aussehen. Am besten schon wieder gleich am 21. Spieltag – und bitte schon vor dem Sonntag…
BUCK LEBOWSKI
PS: Fidel Castro ist (endlich) von allen Ämtern „zurückgetreten“.
Die meisten Vereine wünschen sich flexible Trainer, die ihre Taktik dem jeweiligen Spielverlauf anpassen – und trotz des ganzen Stresses im Profifußball fit und geschmeidig bleiben… Ein bisschen Übergewicht wie Frank Pagelsdorf? Hyperaktivität an der Seitenlinie wie bei Jürgen Klopp und Werner Lorant? Auf der Bank sanft wegschlummern wie Felix Magath und Thomas Schaaf? Das muss nicht sein! Mit dem neuen Trainerstuhl 3000 sitzt der Trainer sicher und bequem, tut dabei was für die Figur, denkt gar nicht erst an Zigaretten, spürt überhaupt nicht mehr das Bedürfnis, an die Seitenlinie zu rennen und wirre Anweisungen oder Schiedsrichterbeschimpfungen aufs Spielfeld zu brüllen. Und bleibt noch beim grottigsten 0:0 wach-wach-wach! Der neue Trainerstuhl 3000 – endlich ein Schleudersitz, der den Namen verdient.
Zu Risiken & Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Mannschaftsarzt oder besser gleich den Masseur…
Der Traum eines glühenden Fans kann schnell zum Albtraum werden – etwa wenn die Herzallerliebste sich zu sehr unter Druck gesetzt fühlt vom Forechecking des Anbetenden, vor Tausenden von Zuschauern rings ums Spielfeld. Und vor Abertausenden vor den Fernsehgeräten… FANartisch meint: Das ist live! Oder auch „That’s Life“, wie schon Frankie wusste. Prost!