Uups, böses Foul, sorry! Die Fußball-Fouls der Woche sind nicht einfach nur richtig üble, fiese, gemeine, brutale, schmutzige Fouls, sondern ziehen meist auch richtig heftige Reaktionen nach sich, von der groben Unsportlichkeit über die Rudelbildung bis hin zur Massenschlägerei. Beastie Boys – die Schiedsrichter und ihre Assistenten hatten vor allem in England und Italien alle Hände voll zu tun. Ein so schmutziges Fußball-Foul, dass es ein eigenes Video verdient, erreicht uns aus Spanien: Ein Torwart springt Amok in der Halle und sieht die Rote Karte, die eigentlich noch viel zu wenig für solch ein irres absichtliches Foul ist, bei dem die Verletzung des Gegners nicht nur billigend in Kauf genommen wird, sondern das eigentliche Ziel des brutalen Sprungs in die Beine zu sein scheint. Licht aus, Spot an! Das Compilation-Video bietet aber auch genug Beispiele richtig heftiger Fouls, Grätschen von hinten in die Beine, wo der Spieler meterweit durch die Luft fliegt. Besonders miese Grätsche mit besonders heftigen Reaktionen: das Foul an Robbie Savage, eingesprungen von Gorka Pintado (Swansea), der danach von den Derby-County-Spielern nicht nur verbal Prügel bezieht (siehe Video oben ab 0:50). Fußball von seiner schmerzhaften Seite…
Die Fußball-Fouls der Woche
(fiese, gemeine, üble, böse Fouls)
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Puyol, Pfosten, Bande, Fotograf – Lehmann gegen Barcelona, Lehmann gegen alle… VfB-Torwart Jens Lehmann zeigt auf seine alten Tage, dass er nichts von seinen Martial-Arts-Skills verlernt hat, dass er geschmeidig ist wie ein buddhistischer Kung-Fu-Mönch. Erst mal wieder über die Bande, aber diesmal beglückt Lehmann in der Champions League nur einen Fotografen mit meditativen Gleichgewichtsübungen zur Dehnung der Lendenwirbelsäule. Ja, die gute alte Shaolin-Wippe des lendenlahmen Drachens. Hilft übrigens auch bei übermäßigem Harndrang. Ein Fuchs, der Jens. Aber Meditation und geistige Versenkung ist auch die Basis bei der hohen Kunst der Levitation: Lehmann demonstriert seine mentale Überlegenheit gegen Messi, der Schuss wird kraft einer brutalen Konzentration der Gedanken so platt an den Pfosten gelenkt, dass der Ball vom Keeper locker aufzunehmen ist (siehe Video unten ab 1:30). Mentale Stärke auf Boris-Becker-Niveau, dem Ball seinen Willen aufzwingen. Der Dalai Lama und Uri Geller hätten ihre wahre Freude am Torwart-Spiel des Jens Lehmann gegen Barca gehabt.
Aber es kommt noch besser. Die klassische „Brustabwehr der weisen Schildkröte“, wie man sie bestenfalls aus Martial-Arts-Filmen kannte, rettet gegen Ibrahimovic mit gleichmütiger Passivität, ehe der schwedische Weltklasse-Stürmer mit brachialer Härte den Nachschuss im Tor unterbringt (siehe Video oben ab 1:30). Scheint auch asiatische Kampftechniken zu trainieren, der Zlatan. Aber ein Jens Lehmann lässt sich nicht beirren: Was aussieht, als würde der Torhüter übermotiviert mit falschem Timing unter einer Flanke durchspringen, ist in Wahrheit eine konzertierte Aktion zur Verwirrung des Gegners, der nun gar nicht mehr anders kann, als den Mann auf der Linie anzuschießen (siehe Video oben ab 3:20). Dem Gegner sein Tempo aufzwingen – nie sah man den „Flug des Flamingo“ in größerer Perfektion. Shaolin Goalkeeping at its best. Zu guter Letzt kann Lehmann allerdings das hohe Niveau nicht mehr ganz halten (siehe Video oben ab 3:50), überrascht mit einer banalen Mischung aus Kung-Fu-Sprung und Karate-Tritt gegen Puyol, die unmotiviert ins Leere geht, in der Andeutung verharrend wie auch der versöhnliche Klapps auf den Lockenkopf. Hier hat Jens Lehmann einfach zu viel (Konflikt-)Potenzial, um es unvollendet verpuffen zu lassen. Dennoch das Fazit zum Champions-League-Duell Stuttgart vs. Barcelona: Kung-Fu-Lehmann auf den Spuren eines Oliver Kahn gegen Dortmund, faszinierendes Shaolin Goalkeeping für die ganze Familie. Da bleibt kein Auge trocken: 5 Sterne!
Champions League 2009/2010, Achtelfinale, 23.02.2010
VfB Stuttgart – FC Barcelona 1:1 (1:0)
Shaolin Goalkeeping – Torwart-Kung-Fu und mehr: Lehmann gegen Puyol, Lehmann gegen alle
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Cruzeiro Belo Horizonte hat selbst für brasilianische Verhältnisse einen außergewöhnlichen Torjubel erlebt: Mit dem Maskottchen des Vereins, einem Fuchs, musste Mittelfeld-Spieler Rogero nach seinem tollen Tor gegen Atletico Mineiro zunächst mal um dessen Kopf kämpfen, bevor er ihn sich zum Torjubel mit den Fans aufsetzen konnte. Verfolgt wurde Rogero dabei allerdings noch von einem etwas kleineren Cruzeiro-Maskottchen, einem Mini-Fuchs…
Rogero: Torjubel mit Maskottchen-Kopf
Brasilien: Cruzeiro Belo Horizonte vs. Atletico Mineiro 3:1
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22. Februar 2010 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für Schalke vs. Dortmund: Wie man ein Hass-Derby hochschaukelt…
Nein, das Video hat natürlich nichts mit Kevin Großkreutz zu tun, wohl aber mit der traditionellen Ruhrpott-Rivalität zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund vor dem Derby der deutschen Derbys. Wie man ein Hass-Derby hochschaukelt, hat das BILD_blog recherchiert und zusammengefasst. Man nehme einen Kevin und einen Fragebogen mit wenigen Kästchen zur Auswahl. Man baue ein paar extrem schlagzeilenträchtige Auswahlmöglichkeiten in die Multiple-Choice-Antworten ein und hoffe, dat dat Kevin einen töften Sinn für Humor hat oder dat zumindest dafür am Halten tut. Hat Kevin den ganzen Fußball-Fragebogen vor dem Derby ausgefüllt, setze man die Schlagzeilen-Maschinerie zum Hochschaukeln von Hass-Derbys in Gang: „Wenn mein Sohn Schalke-Fan wird, kommt er ins Heim!“ Im Internet geht das auch ohne Ausrufezeichen, im Print natürlich unbedingt mit. „Dortmund-Profi ledert wieder gegen Schalke“ bringt das Ganze noch mal auf den Punkt. Fertig ist die Derby-Laube, in der Schrebergarten-Kolonie blühen die Schlagzeilen und die Entrüstung. „Dem Kevin, dem sollten se selbst ma im Heim stecken!“ BVB gegen Schalke gegen Dortmund gegen S04 gegen Lüdenscheid-Nord gegen Herne-West (Herne-Ost) ist eine unendliche Geschichte; Derby-Geschichte mit vielen Derby-Geschichten von der Anekdote über Höcksken auf Stöcksken bis zur Zote. Frotzeleien und Rivalität oléolé, das gehört zum Ruhr-Derby wie dat Pilsken. Mit Medien-Tricks und -Macht künstlich hochschaukeln braucht man das nicht, das schaukelt sich schon von alleine. Und jeder hat den Kevin, den er verdient…
BUCK LEBOWSKI
22. Februar 2010 | Le Pissoir,News | Kommentare deaktiviert für Van-Gaal-Interview: Journalisten keine Ahnung von Fußball (Nürnberg – Bayern [gut gespielt], 2 Videos)
Nicht nur die Interviews mit Louis van Gaal nach dem (guten?) Spiel der Bayern gegen Nürnberg haben eine leichte Meinungsverschiedenheit im Fußball-Verständnis zwischen dem holländischen Trainer a.k.a. Fußball-Lehrer und deutschen Journalisten a.k.a. die Journaille an den Tag gebracht: In der Pressekonferenz gipfelten die unterschiedlichen Betrachtungen, Bayern habe gut gespielt (van Gaal) vs. kritische Stimmen, Bayern habe gegen Nürnberg unterkühlt (Dieter Nickles, siehe Video oben) bis nicht so zwingend gut gespielt, in der noch konkreteren Nachfrage eines Fußball-Journalisten, ob van Gaal denken würde, Journalisten hätten keine Ahnung von Fußball. Und Louis van Gaal sagte schlicht Ja – bezogen auf Taktik und Spielverständnis, also auf Grundlagen des Fußballs, die ein Fachjournalist im Fußball seinem Selbstverständnis nach schon beherrschen sollte. Wem van Gaal also nicht alles die Akkreditierung in seinem Königreich entziehen würde, wenn er König von Deutschland wär…
Und dabei muss sich der Bayern-Trainer „nur“ mit Fachleuten wie SKY-Reporter Dieter Nickles oder ZDF-Urgestein Rolf „Töppi“ Töpperwien (siehe Video unten) rumschlagen – und nicht mal mit der Spezies „gemeiner Fußball-Blogger“. Wobei: Der Fußball-Blogger an sich ist ja immer auch Trainer, Torschützenkönig und Fan in einer Person, überwindet die medial verordnete Distanz des Journalisten zum Fußball kraft seiner Leidenschaft mit schnellem Antritt, kompromissloser Handlungsschnelligkeit und überragendem Ego – eigentlich ideal also, um einem Fußball-Lehrer wie Louis van Gaal auf Augenhöhe zu begegnen mal unterwürfigst eine Frage stellen zu dürfen, die ihm eventuell ein anerkennendes Schmunzeln entlockt. „Hätte Bayern das Derby gewonnen, wäre dann nicht scheißegal gewesen, wie Bayern spielt?“ Und was heißt eigentlich „unterkühltes Interview“ auf Holländisch…?
Bundesliga 2009/2010, 23. Spieltag, 20.02.2010
1. FC Nürnberg – FC Bayern München 1:1 (0:1)
Van-Gaal-Interview: Bayern gut gespielt, Journalisten keine Ahnung
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