„Geh doch zurück nach Peru!“ wäre keine angemessene Beleidigung eines beleidigten Fans, denn José Carlos Fernandez spielt in Peru. Und zwar den Chancentod in den Fußball-Passionsspielen, wie man im Nicht-Tor-Video des Jahres vom peruanischen Liga-Match Alianza Lima gegen Universitario eindrucksvoll sehen kann. Piplica umgekehrt – das geht auch vor dem gegnerischen Tor, wenn man dem Ball fasziniert zuschaut und auf das richtige Timing oder eine mysteriöse Körperfunktion namens „Reflex“ wartet. José Carlos Fernandez wartete vergeblich, sein Körper machte auf Osterhase vor der Schlange, wie man es von diesem ohnmächtigen Gefühl absoluter Bewegungsunfähigkeit aus Alpträumen kennt. Schockstarre vor dem Tor. Hypnotisiert durch den Ball? Nur der Torwart landete im Tor, Fernandez landete auf der Couch…
Peru: Alianza Lima vs. Universitario
Jose Carlos Fernandez: Nicht-Tor des Jahres
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Die Flasche, die HSV-Stürmer Paolo Guerrero einem pöbelnden Fan nach dem Bundesliga-Spiel gegen Hannover mit gut gezieltem Wurf an den Kopf pfefferte (siehe Video), war aus Plastik, eine nachfüllbare Sport-Trinkflasche, wie sie von Fußball bis Radsport „sehr gebräuchlich“ ist, wie man bei Aktenzeichen XY wohl sagen würde. So viel Zeit muss sein bei aller Sensations-Lust um einen der außergewöhnlicheren Vorfälle des Spieltags, der Bundesliga-Geschichte insgesamt und an Ostern überhaupt. Skandal um Guerrero, den der satt getroffene Fan mit den Worten „Geh doch zurück nach Peru“ plus X zum Flaschen-Wurf von Hamburg provoziert haben soll. HSV-Keeper Frank Rost zeigte im Interview mehr Verständnis für den Guerrero-Ausraster als viele andere: „Da hat Paolo jetzt vielleicht einen Fehler gemacht, unterm Strich“, aber Guerrero habe gut getroffen (Achtung: Sarkasmus!), die New York Yankees würden ihn wahrscheinlich gerne verpflichten…
Bruno Labbadia, der nicht nur immer erfolglosere, sondern auch immer jämmerlicher Fußball spielen lassende Trainer des Hamburger SV, hat neben restlos enttäuschten, gellend pfeifenden HSV-Fans nun eine weitere Baustelle auf dem langen, langen Weg, bis auch Bernd Hoffmann öffentlich eingestehen muss, dass die langfristig angedachte Lösung mit Labbadia einer der größten Irrtümer ist, die der HSV-Boss je verantworten durfte. (Was der einst vor Labbadia zum Vorstellungsgespräch nach Hamburg geladene BVB-Trainer Jürgen Klopp in Dortmund für eine intaktes Team aufgebaut hat, obwohl er vielleicht dort auch mal zu spät zu Training kommt, scheinbar unrasiert und ein einziges Mal vielleicht, sollte gerade Bernd Hoffmann nicht entgangen sein. Ebenso wenig wie die trost-, fassungs- und hoffnungslosen bis todtraurigen Gesichter der HSV-Fans im Hamburger Volkspark.) Aber wir schweifen ab… Paolo Guerrero hat nicht nur seinem Trainer, sondern auch dem gesamten HSV ein ganz besonderes Ei ins Nest gelegt. Frohe Ostern, Bruno, Bernd, Katja, Oliver etc.
Die Highlights bzw. Lowdarknesses vom glorreichen 0:0 des HSV gegen Hannover kann man hier auch noch mal in der Zusammenfassung auf Video sehen…
Die FANartisch-Redaktion hat sich mal wieder gestritten, erst so ganz sachlich, mit Fußball-Sachverstand und Argumenten und so überbewertetem Zeugs, dann auf persönlicher Ebene völlig zerstritten. Tischtücher zerschnitten, Verbalausfälle vom Feinsten, Hooligan-Frühjahrsputz im Großraumbüro. Männer-Egos auf Calli-Volumen. Und das alles wegen – April, April – des Aprilscherzes bzw. des kollektiven Aprilscherz-Zwangs hier in Deutschland. Wir konnten uns partout nicht auf einen Scherz einigen, ganz im Ernst. Klingt komisch, ist aber so.
Und jetzt reden wir nicht mehr miteinander, das ganz große Schweigen, schon seit fünf Minuten! Redaktionsrekord. Und einer ist sogar aus Enttäuschung vor dem offiziellen Ende der Redaktionssitzung abgehauen, einfach so, wortlos, grußlos, hat sein Laptop gepackt und ab. Der braucht nie mehr wiederzukommen. Das war’s, für immer! Da könnte der zehn Beiträge am Tag schreiben, Pulitzer-Preis inklusive. HA! Da gibt’s kein Zurück mehr. Höchste Autorität, wenn man das mal so entschieden hat…
Aber vielleicht kannst du uns helfen, lieber Leser: Welchen Aprilscherz sollen wir denn nun heute bringen?
a) Jogi Löw springt über seinen Schatten
b) Kevin bleibt im Sommer nicht allein zu Haus
c) Felix Magath wird beim DFB Bundestrainer, Team-Manager und Präsident in Personalunion nach der WM 2010
d) Bruno Labbadia eröffnet eine Rückrunden-Schule (oder war’s ne Rundrücken-Schule?)
Tipps, Meinungen und weitere Vorschläge bitte in den Kommentaren oder per Mail. Wir räumen jetzt erst mal das Chaos hier auf (siehe Video).
Rote Karte ist für alle da… St. Pauli gegen Rostock – ohnehin schon eines der brisantesten Duelle im deutschen Fußball, das dieses Mal mit verschiedenen Roten Karten im Brennpunkt der 2. Bundesliga stand. Neben dem Ausschluss der Rostocker Fans & Ultras aus Sicherheitsgründen und dem solidarischen Protest der Pauli-Fans, die die unteren Stehränge der Südkurve (Ultra St. Pauli / USP) für die ersten 5 Minuten unbesetzt ließen, machten noch 2 Rote Karten von Schiedsrichter Babak Rafati von sich reden – siehe Video: Martin Retov UND Fabian Boll sahen beide Rot – man stelle sich vor, neben Zinedine Zidane hätte beim legendären Kopfstoß auch „Opfer“ Marco Materazzi im WM-Finale 2006 die Rote Karte gesehen…
Der Fall bei Pauli – Rostock lag allerdings ganz anders: Rostocks Kapitän Retov trat erst Deniz Naki um und versetzte nach diesem bereits grenzwertigen Foul auch noch dem heranstürmenden Fabian Boll den Kopfstoß, für den dann Schiri Rafati beiden die Rote Karte zeigte. Martin Retov war ja eh schon auf 180 und wütete auf St. Pauli hulkmäßig durchs Millerntor, doch die Rote Karte brachte nun auch Boll, den FC St. Pauli und seine Fans kollektiv in Rage, also bis auf die aus Protest nur zu siebt angereisten, mit Transparenten gegen den Ausschluss demonstrierenden Rostocker Fans alle anderen Zuschauer im Stadion. Die Rote Karte gegen Fabian Boll – die vielleicht ungerechteste Rote Karte der Welt. Babak Rafati hatte merkwürdigerweise das Prinzip der Sippenhaft, das bei den Fußball-Fans im Strafenkatalog nun immer öfter per Ausschluss-Verfahren zur Anwendung gebracht wird (Rostock, Hertha, Nürnberg, Köln), bei Pauli vs. Rostock auch auf die Spieler übertragen. Der gefoulte Deniz Naki kann sich am Ende glücklich schätzen, von Rafati offensichtlich vergessen worden zu sein…
2. Bundesliga 2009/2010, 28. Spieltag, 28.03.2010
FC St. Pauli – Hansa Rostock 2:0 (1:0)
Millerntorstadion Hamburg: 19.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Rote Karte: Martin Retov, Fabian Boll (57. Minute)
Tore:
1:0 Marius Ebbers (41.)
2:0 Deniz Naki (54., Assist: Kruse)
Tore, Rote Karten und andere Highlights in der Zusammenfassung
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Gehts raus und spielts Fußball! Der Frühling ist da, die Fußballschuhe schlagen aus… Oder waren’s die Verteidiger? Egal. Fußball ist dazu da, um gespielt zu werden, denn: Football kicks ass. Fußball tritt in den Hintern, auf gut Deutsch, oder so. Egal. Wer jetzt nicht frühlingsfrisch die grüne Wiese entert, um auf Jacken-Tore zu knolzen und zu bolzen, braucht vielleicht wirklich einen Tritt dorthin, wo die Sonne nicht hinscheint. Über Kimme und Korn. Wie jetzt, der Rasen ist zu schlecht? Verheerend schlechter Zustand? Egal. Gehts raus und spielts Fußball! Jetzt, am Wochenende, sonntags im Park hinter den Bürotürmen. Oder bei Bauer Felix auf dem Acker…