Aktenzeichen FIFA WM 2006™-Kommerz

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Foto: Marcus Ostermann

Es war einmal ein Verband, der wollte aus seinem besten Pferd im Stall den maximalen Gewinn rausholen – mit allen Mitteln. Um die Position des Fußballs im globalen Spiel auf Jahre zu stärken und zu sichern – und die eigenen Positionen und Pöstchen, das eigene Festgehalt und die eigenen Prämien. Clever, clever… Die juristische Abteilung freute sich ein Bein ab, der Marketing-Katalog der Dos & Don’ts wuchs täglich, schwoll vor der FIFA WM 2006™ in Deutschland voll jurisprudentischem Stolz wie der Kamm des größten Hahns auf dem Hof von Bauer Hein. Maximalausdehnung. Profitmaximierung. Jurist Hans im Glück. Der Spielraum für den unbeschwerten Umgang mit dem Fußballvokabular wurde dagegen eingeschränkt, in die Schranken gewiesen – alles nur zum Schutze der offiziellen Sponsoren und des „Produkts“ Fußball. Die Mutter der Porzellankiste?

Vor dieser Mutter – ein Bock als Gärtner ist nix im Vergleich zu dieser Elefantenkuh im Porzellanladen – müssen sich in der Fußballmärchenwelt alle in Acht nehmen. Vorsicht Fußball! Aber das scheint nun Geschichte, das Märchen nimmt ein gutes Ende, der Bundesgerichtshof will den Begriff „Fußball-WM 2006“ einfach nicht schützen. Goldmarie weint. Die deutsche Wirtschaft jubiliert. WM-Sammelbilder dürfen nun WM-Sammelbilder heißen, statt der Halbzeit-Pizza essen wir nun die WM-Pizza. Bäckt nun jeder Bäcker WM-Brötchen? Die Antwort ist ja! Muss die FIFA nun kleinere Brötchen backen? Mitnichten. Sie spart wahrscheinlich Millionen an Anwaltskosten und speckt die eigene Rechtsabteilung großzügig ab. Fanartisch meint: darauf ein inoffizielles, märchenhaft leckeres kühles WM-Bier! Und so tranken sie glücklich bis zum Scheitern der deutschen Mannschaft…

TOM S. HUNTER

PS: ENDE


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